Ein Jahr ohne Fritzbox: Meine Erfahrungen mit Ubiquiti UniFi im Heimnetzwerk
Ein ganzes Jahr ohne die geliebte Fritzbox? Für viele unvorstellbar. Vor etwas mehr als 12 Monaten habe ich genau dieses Experiment gewagt und mein komplettes Heimnetzwerk auf Hardware von Ubiquiti UniFi umgestellt.
Dazu gibt es auch ein Youtube Video!
Na gut, ganz hundertprozentig stimmt die Aussage „ohne Fritzbox“ nicht: Als IP-Client darf die Box weiterhin unsere Festnetz- und DECT-Telefonie verwalten. Doch alles andere – das Gateway, die Switche, die Access Points und der Controller – läuft seit einem Jahr komplett über UniFi.
In diesem Artikel erfährst du, wie mein aktuelles Setup aussieht, mit welchen Höhen und Tiefen ich kämpfen musste, was der Spaß gekostet hat und ob sich der Umstieg vom AVM-Ökosystem gelohnt hat.
Das aktuelle UniFi-Setup: Hardware & Konfiguration
Wer ein Haus vernetzen will, merkt schnell, dass man oft Kompromisse eingehen muss. Kabelkanäle mitten im Wohn- oder Esszimmer sind optisch meist keine Option. Mein Netzwerk ist daher so aufgebaut, wie es die baulichen Gegebenheiten am besten zuließen.
Gateway und Switche (Die Zentrale)
Das Herzstück des Netzwerks bildet das UniFi Cloud Gateway Ultra (UCG Ultra). Dieses ist direkt an das Glasfaser-Modem (ONT) der Deutschen Glasfaser angeschlossen.
Da UniFi zum Zeitpunkt der Installation keinen passenden 24-Port-Switch im Angebot hatte, der ohne kompletten Umbau auf die vorhandene Installationswand passte, habe ich mich für eine Kombination entschieden:
- 1x UniFi 16-Port Hauptverteiler-Switch
- 1x UniFi Ultra Light 8-Port Switch (mit PoE)*
Beide Switche sowie die Fritzbox (als reiner Telefonie-Client für Voice-over-IP) hängen direkt am Gateway. Von dort aus wird das LAN-Signal ins gesamte Haus verteilt. In einzelnen Räumen (wie dem Büro) sorgen kleine UniFi Flex Mini (5-Port-Switche) für die nötigen Anschlüsse der Endgeräte.

Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Link klickst und über diesen einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.
Die WLAN-Abdeckung: Welche Access Points überzeugen?
Die Verteilung der Access Points (APs) im Haus war ein Prozess aus Ausprobieren und Messen. Meine wichtigste Erkenntnis vorweg: Die „Lite“-Modelle von UniFi sind leider auch in der Performance recht „light“. Ich kann sie nur eingeschränkt empfehlen.
So sieht die aktuelle Verteilung aus:
- Spitzboden & Obergeschoss: Hier sorgt ein U6 Long Range (U6-LR)* unter dem Dach für die Abdeckung. Durch die offene Bauweise versorgt er das Obergeschoss hervorragend mit. (Ein U6 Pro hätte es hier vermutlich auch getan).
- Büro: Hier hängt ein U6 Lite, der allerdings meistens abgeschaltet ist und nur für Testzwecke hochgefahren wird.
- Kinder- & Gästenetzwerk: Im Kinderzimmer arbeitet ein AC Mesh* (von uns liebevoll „Maikäfer“ genannt). Er strahlt ein komplett separates VLAN-Netzwerk aus, damit die Kinder- und Gästegeräte sauber vom restlichen Heimnetz isoliert sind.


- Erdgeschoss (Wohnzimmer & Terrasse): Ein zentral platzierter U6 Mesh sorgt für starkes WLAN im Wohnbereich und auf der hinteren Terrasse.
- Küche: Da in der Küche nur Strom, aber kein Netzwerkkabel liegt, kam hier der U6 Extender zum Einsatz. Er verbindet sich drahtlos per Mesh mit dem Wohnzimmer-AP und deckt den vorderen Hausbereich sowie den Seitengarten ab.
- Einfahrt & Garage: Ein U6 Lite im Hauswirtschaftsraum funkt in Richtung Einfahrt. In der Garage sorgt ein weiterer U6 Lite für die Abdeckung der Garage selbst, des hinteren Gartens und der Gartenhütte.
Warum so viele Geräte? In unserem Haus sind extrem viele Smart-Home-Komponenten verbaut. Diese benötigen ein lückenlos stabiles 2,4-GHz- und 5-GHz-Netzwerk. Das hauseigene Planungstool UniFi InnerSpace hat hierbei übrigens nur bedingt geholfen – für die massive deutsche Bauweise schätzt es die Abdeckung oft viel zu optimistisch ein. Echtes Nachmessen vor Ort war unerlässlich.
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Was kostet der Umstieg auf UniFi?
Machen wir uns nichts vor: Professionelle Netzwerktechnik ist kein Schnäppchen. Wenn wir die Hardware abziehen, die ich im Laufe des Jahres getestet und wieder verkauft habe, sieht die Rechnung für das aktuelle Setup wie folgt aus:
- Gateway (UCG Ultra): ca. 90 €
- Access Points (Gesamt): ca. 950 €
- Switche (Gesamt): ca. 550 €
- Gesamtkosten: ca. 1.600 €

1.600 Euro für ein Heimnetzwerk sind eine Ansage. Da stellt sich natürlich die alles entscheidende Frage:
Fazit nach einem Jahr: Lohnt sich der Wechsel?
Für mich ein klares: Ja! Man muss allerdings differenzieren. Wenn du nach einer günstigen Plug-and-Play-Lösung suchst und dich nicht mit Begriffen wie VLAN, DNS-Server, Traffic Rules oder Netzwerk-Monitoring beschäftigen willst, ist UniFi definitiv der falsche Ansatz. Da bist du bei einer Fritzbox besser aufgehoben.
Wenn du aber ein absolut stabiles, performantes Netzwerk mit vielen Geräten suchst, maximale Flexibilität willst und bereit bist, dich in die IT-Infrastruktur einzufuchsen, bietet UniFi eine großartige Plattform.
Gibt es auch Schattenseiten?
Natürlich war im ersten Jahr nicht alles perfekt. Wir hatten anfangs mit Hardware-Themen, Firmware-Updates und dem Software-Controller zu kämpfen. Durch optimierte Hardware (wie den Wechsel auf das UCG Ultra) und regelmäßige Updates von Ubiquiti sind diese Probleme heute aber Geschichte.
Das einzige Dauerthema bleibt VPN (WireGuard) in Kombination mit IPv6 – das ist auch mit den neueren Controller-Versionen (wie der 9.3) noch nicht perfekt gelöst. Ich behhelfe mir hier aktuell mit der UniFi Teleport-Funktion, was für meine Zwecke vollkommen ausreicht.
Mein Rat an alle Unentschlossenen: Traut euch! Ihr müsst nicht alles auf einmal umstellen. Doch wenn das System einmal läuft, sind die Möglichkeiten und die Flexibilität im Vergleich zur Fritzbox-Welt einfach riesig. Die Durchgängigkeit des Systems macht einfach Spaß.
Was sind deine Erfahrungen?
Nutzt du bereits UniFi-Komponenten oder planst du den Umstieg weg von der Fritzbox? Welche Hürden hattest du zu meistern? Schreib es mir unbedingt unten in die Kommentare – ich lese und beantworte jeden Beitrag!
Hier kannst du dir das vollständige Video mit allen Details und Einblicken in meine Installationswand ansehen: Video
