Ein ganzes Jahr ohne die geliebte Fritzbox – das war schon eine Umstellung. Aber inzwischen ist daraus deutlich mehr geworden: Ich nutze mein UniFi-Heimnetzwerk mittlerweile seit zwei Jahren.
Und wenn ich heute auf die Entscheidung zurückblicke, fällt mein Fazit ziemlich eindeutig aus: Ich würde den Weg wieder gehen.
Allerdings würde ich heute einiges anders machen.
Denn gerade nach zwei Jahren merkt man erst, welche Komponenten sich im Alltag wirklich bewähren, wo man sich vielleicht etwas zu viel versprochen hat und welche Funktionen man plötzlich nicht mehr missen möchte.
Genau darum soll es in diesem Erfahrungsbericht gehen.
Ich zeige dir, wie mein UniFi-Netzwerk heute aufgebaut ist, was sich gegenüber meinem ersten Jahr verändert hat, was mich immer noch stört und ob sich der Umstieg von der Fritzbox für mich tatsächlich gelohnt hat.
Wenn du dir den damaligen Stand lieber im Video anschauen möchtest …
Warum ich überhaupt von der Fritzbox zu UniFi gewechselt bin
Bevor wir uns mein heutiges Netzwerk anschauen, vielleicht kurz die Vorgeschichte. Die Fritzbox war bei uns lange Zeit die zentrale Anlaufstelle für praktisch alles, was im Netzwerk passiert und das hat auch funktioniert.
Eine Fritzbox ist schließlich nicht ohne Grund in vielen Haushalten zu finden. Sie ist vergleichsweise einfach einzurichten, bietet jede Menge Funktionen und man muss sich normalerweise nicht besonders tief mit Netzwerktechnik beschäftigen. Bei uns wurde das Netzwerk irgendwann allerdings etwas anspruchsvoller.
Immer mehr Smart-Home-Geräte kamen dazu, dazu kamen verschiedene Netzwerkbereiche, mehrere Access Points und immer mehr Geräte, die dauerhaft miteinander kommunizieren. Irgendwann wollte ich deshalb mehr Kontrolle.
Ich wollte beispielsweise unterschiedliche Geräte und Netzwerke voneinander trennen, VLANs verwenden, Traffic Rules definieren und genauer sehen können, was in meinem Netzwerk eigentlich passiert und damit wurde UniFi für mich interessant.
💡 Wenn du wissen möchtest, wie wir den eigentlichen Umstieg von der Fritzbox auf UniFi durchgeführt haben, welche Schritte notwendig waren und welche Erfahrungen wir dabei gemacht haben, habe ich den kompletten Umbau hier dokumentiert: 👉 Unser FritzBox – UniFi Umstieg
Ganz ohne Fritzbox geht es bei uns trotzdem nicht
Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings. Wenn ich sage, dass unser Heimnetzwerk seit zwei Jahren mit UniFi läuft, bedeutet das nicht, dass die Fritzbox komplett verschwunden ist.
Die darf bei uns weiterhin ihren Dienst verrichten. Allerdings nur noch als IP-Client für die Telefonie. Unsere Festnetz- und DECT-Telefonie läuft weiterhin über die Fritzbo aber für das eigentliche Netzwerk hat sie dagegen nichts mehr zu sagen und das funktioniert für uns erstaunlich gut.
💡 Wie ich die Fritzbox hinter dem UniFi-Gateway als Telefonzentrale eingebunden habe, habe ich hier ausführlich beschrieben: 👉 FritzBox als VoIP-Telefonzentrale hinter einem separaten Gateway einrichten
Damit ist die Aufgabenverteilung eigentlich ziemlich einfach: UniFi macht Netzwerk. Die Fritzbox macht Telefonie. Und genau so läuft es bei uns inzwischen seit zwei Jahren.
Mein UniFi-Heimnetzwerk nach zwei Jahren
Schauen wir uns zunächst einmal an, wie unser Netzwerk heute grundsätzlich aufgebaut ist.
Das Herzstück bildet ein UniFi Cloud Gateway Ultra, kurz UCG Ultra. Das Gateway hängt direkt am Glasfaser-ONT der Deutschen Glasfaser. Von dort aus geht es in die zentrale Verkabelung unseres Hauses.

Ubiquiti UniFi Cloud Gateway Ultra
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Gateway und Switches
Bei den Switches musste ich allerdings schon beim Aufbau einen kleinen Kompromiss eingehen.
Zum damaligen Zeitpunkt hatte UniFi keinen passenden 24-Port-Switch im Programm, der vernünftig auf unsere vorhandene Installationswand gepasst hätte und ich hatte ehrlich gesagt keine Lust, wegen eines Switches die komplette Installation auseinanderzureißen.

Deshalb besteht der Hauptverteiler bei uns aus einer Kombination aus:
- 1x UniFi 16-Port Switch mit PoE
- 1x UniFi Ultra Light 8-Port Switch mit PoE
Beide Switches hängen direkt am UniFi Gateway und auch die Fritzbox für die Telefonie ist direkt mit dem Gateway verbunden.
In den einzelnen Räumen kommen zusätzlich kleinere UniFi Flex Mini zum Einsatz.
Gerade im Büro sind solche kleinen 5-Port-Switches ausgesprochen praktisch.

UniFi USW-Flex-Mini 5 port switch
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Mein Netzwerk ist also keineswegs aus einem einzigen großen Gerät entstanden. Es ist vielmehr Stück für Stück gewachsen und genau das ist eine Erfahrung, die ich nach zwei Jahren durchaus wichtig finde:
Du musst ein UniFi-Netzwerk nicht zwangsläufig von Anfang an komplett fertig planen.
Du kannst anfangen und später erweitern. Das war zumindest für mich ein großer Vorteil.
WLAN ist eine ganz andere Geschichte
Beim kabelgebundenen Netzwerk ist vieles relativ einfach. Kabel liegt oder Kabel liegt nicht.
Beim WLAN sieht die Sache schon anders aus und hier habe ich in den vergangenen zwei Jahren wahrscheinlich am meisten ausprobiert. Denn ein Access Point kann auf dem Papier eine fantastische Reichweite haben. Wenn dazwischen aber mehrere massive Wände und Decken liegen, sieht die Realität plötzlich ganz anders aus.
Und dann gibt es natürlich noch die bereits erwähnte deutsche Bauweise mit massiven Wänden und Betondecken.
Wer schon einmal versucht hat, einen Access Point am optimalen Standort mitten im Wohnzimmer zu montieren, weiß vermutlich, was ich meine. Technisch wäre der ideale Platz vielleicht mitten unter der Decke aber optisch ist das nicht unbedingt die beste Lösung. Also wird wieder ein Kompromiss gesucht.
So verteilen sich meine UniFi Access Points
Nach einigen Versuchen und Messungen sieht die WLAN-Versorgung bei uns inzwischen folgendermaßen aus.
Spitzboden und Obergeschoss
Hier sitzt ein U6 Long Range (U6-LR)* unter dem Dach. Durch die offene Bauweise unseres Hauses funktioniert das erstaunlich gut. Der Access Point aus dem Spitzboden versorgt damit auch einen großen Teil des Obergeschosses.
Rückblickend hätte es vermutlich auch ein U6 Pro getan. Der Long Range war also nicht unbedingt notwendig. Aber genau solche Dinge merkt man eben erst, wenn man ein System längere Zeit selbst betreibt.

Büro
Im Büro hängt ein U6 Lite. Der ist bei mir allerdings eher ein Testgerät. Im normalen Tagesbetrieb ist er meistens nicht aktiv. Für Tests und Experimente ist er aber praktisch. Und genau deshalb habe ich ihn auch behalten.
Kinderzimmer und Gastnetzwerk
Im Kinderzimmer kommt ein AC Mesh zum Einsatz. Bei uns hat das Gerät wegen seiner beiden Antennen inzwischen sogar einen Spitznamen: der Maikäfer.
Der Access Point ist vor allem für das getrennte Kinder- beziehungsweise Gastnetzwerk zuständig. Das hat für mich einen wichtigen Vorteil: Die Geräte in diesem Bereich hängen nicht einfach im normalen Heimnetzwerk herum, sondern sind sauber vom restlichen Netzwerk getrennt.
Das ist einer der Punkte, wegen denen ich UniFi inzwischen wirklich schätze.
Wohnzimmer, Terrasse und Garten
Im Erdgeschoss sorgt ein U6 Mesh im Wohnzimmer für die WLAN-Versorgung. Der deckt gleichzeitig einen Teil der hinteren Terrasse und des Gartens ab.

In der Küche gab es dagegen ein Problem: Kein Netzwerkkabel. Strom war vorhanden, aber LAN eben nicht. Also musste eine andere Lösung her und hier kommt ein U6 Extender zum Einsatz. Der verbindet sich kabellos mit dem U6 Mesh und übernimmt die Versorgung dieses Bereichs und ich muss sagen: Das funktioniert bei uns ziemlich gut.
Einfahrt, Garage und Gartenhütte
Auch auf der anderen Seite des Hauses soll das WLAN natürlich funktionieren. Deshalb sitzt im Hauswirtschaftsraum noch ein U6 Lite, der unter anderem die Einfahrt und den vorderen Garten versorgt.
Wenn ich das alles so aufzähle, klingt das wahrscheinlich erst einmal nach ziemlich viel WLAN-Hardware.
Und ja, das ist es auch, aber unser Haus und unser Grundstück sind eben ebenfalls nicht gerade klein – und vor allem haben wir eine ganze Menge Smart-Home-Technik im Einsatz.
Der U6 Lite in der Garage musste irgendwann weichen
Und genau hier kommt eine der Veränderungen aus meinem zweiten UniFi-Jahr ins Spiel. Der U6 Lite in der Garage war für meine Anforderungen irgendwann einfach nicht mehr die optimale Lösung. Deshalb habe ich ihn durch einen U6 Pro ersetzt. Siehe auch mein Beitrag: Warum der UniFi U6 Pro meine Shelly-Probleme im Garten löst (und es kein U7 Pro wurde)
Das ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein Heimnetzwerk über die Jahre entwickelt. Beim ursprünglichen Aufbau habe ich mit dem gearbeitet, was bereits vorhanden war und was für meine Anforderungen zunächst ausreichend erschien. Nach zwei Jahren weiß ich aber deutlich besser, wo sich eine Investition tatsächlich lohnt.
Die übrigen Lite Access Points habe ich übrigens nicht einfach ausgetauscht. Warum auch? Ich hatte sie bereits und sie funktionieren für die jeweiligen Bereiche weiterhin ordentlich. Nur weil es inzwischen leistungsfähigere Modelle gibt, muss man funktionierende Hardware ja nicht unbedingt ersetzen.
Ein Austausch hätte außerdem bedeutet, die vorhandenen Geräte mit entsprechendem Wertverlust zu verkaufen.

Ubiquiti UniFi U6 Pro Access Point
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WLAN planen ist gut – messen ist besser
Eine weitere Erfahrung, die ich nach zwei Jahren nur unterstreichen kann: Vertraue beim WLAN nicht ausschließlich auf die Theorie. Ich habe die WLAN-Abdeckung bei uns an verschiedenen Stellen tatsächlich gemessen. Dabei habe ich unter anderem darauf geschaut, wie die Versorgung bei 2,4 GHz und 5 GHz aussieht.
Denn genau da zeigt sich dann sehr schnell, ob die schöne Planung in der Praxis tatsächlich funktioniert. Das UniFi-Planungstool InnerSpace ist dabei durchaus hilfreich. Aber meine Erfahrung ist: Für ein echtes deutsches Wohnhaus ist die theoretisch angezeigte Abdeckung teilweise ziemlich optimistisch.
Auf dem Bildschirm sieht alles wunderbar aus. In der Realität kommt dann vielleicht doch eine massive Wand dazwischen.
Deshalb würde ich heute immer so vorgehen: Planen → provisorisch installieren → messen → optimieren -> fest installieren.
Und nicht: Planen → installieren → fertig. Gerade bei einem größeren Haus macht dieser Unterschied enorm viel aus.
Warum unser Netzwerk so viele Access Points braucht
Der Hauptgrund dafür ist bei uns nicht einmal das klassische WLAN für Smartphones oder Laptops. Es sind die vielen Smart-Home-Komponenten. Davon haben wir im Haus und auf dem Grundstück ziemlich viele und gerade diese Geräte sollen zuverlässig funktionieren.
Wenn irgendwo ein Smart-Home-Gerät wegen schlechtem WLAN ständig die Verbindung verliert, macht das auf Dauer einfach keinen Spaß. Deshalb habe ich über die Zeit verschiedene Kombinationen ausprobiert. Ich hatte auch schon Access Points außerhalb des Hauses beziehungsweise in der Gartenhütte im Einsatz. Letztendlich bin ich bei der heutigen Kombination gelandet, weil sie bei uns einfach funktioniert.
Und das ist für mich wichtiger als eine theoretisch perfekte Planung.
VLANs: Einer der Gründe, warum ich UniFi heute nicht mehr missen möchte
Ein weiterer Punkt, der für mich persönlich sehr wichtig geworden ist, ist die Möglichkeit, mein Netzwerk sinnvoll zu trennen. Ich möchte nicht alle Geräte einfach in einem einzigen großen Netzwerk haben. Smart Home, Gäste, Kinder und meine normalen Geräte haben bei uns unterschiedliche Anforderungen.
Deshalb habe ich verschiedene VLANs eingerichtet.
💡 Wie ich die einzelnen VLANs aufgebaut habe und warum ich mein Netzwerk entsprechend aufgeteilt habe, kannst du hier nachlesen: 👉 VLAN im Heimnetzwerk: Warum du dein WLAN dringend aufteilen solltest!
Genau hier merkt man meiner Meinung nach den Unterschied zwischen einer klassischen Heimnetzwerk-Lösung und einem System wie UniFi. Du kannst deutlich stärker bestimmen, wer mit wem kommunizieren darf und wer eben nicht.
Was kostet ein UniFi Heimnetzwerk?
Kommen wir zu einem Thema, das bei einer solchen Entscheidung natürlich nicht fehlen darf: Das Geld.
Denn eines sollte man nicht schönreden: Ein umfangreiches UniFi-Heimnetzwerk ist nicht billig.
Für mein aktuelles Setup habe ich ungefähr folgende Kosten:
| Komponente | Kosten |
|---|---|
| UniFi Cloud Gateway Ultra | ca. 90 € |
| Access Points | ca. 950 € |
| Switches | ca. 550 € |
| Gesamt | ca. 1.600 € |
Dabei habe ich Hardware, die ich zwischenzeitlich ausprobiert und anschließend wieder verkauft habe, bewusst nicht eingerechnet. Es geht also um das aktuelle Setup.
Damit liege ich aktuell bei ungefähr 1.600 Euro für die gesamte vorhandene UniFi-Hardware.
Wichtig ist dabei allerdings die Einordnung: Das sind nicht einfach 1.600 Euro, die ich an einem einzigen Tag ausgegeben habe. Das Netzwerk ist über die Zeit gewachsen und wurde immer wieder ergänzt oder verändert. Genau deshalb würde ich bei der Frage „Was kostet UniFi?“ nicht einfach einen einzelnen Betrag nennen.
Du kannst ein UniFi-Netzwerk deutlich kleiner aufbauen. Wenn du dagegen mehrere Access Points, Switches, VLANs und eine entsprechend umfangreiche Infrastruktur möchtest, kann die Summe natürlich deutlich steigen.

Ubiquiti UniFi USW Lite 16 PoE
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UniFi oder Fritzbox – was ist die bessere Lösung?
Nach zwei Jahren würde ich diese Frage nicht mehr pauschal beantworten. Denn die Fritzbox ist nicht plötzlich schlecht geworden, nur weil ich UniFi verwende.
Wenn du zu Hause ein paar Smartphones, Fernseher, Tablets und vielleicht einen PC hast und einfach möchtest, dass Internet und WLAN funktionieren, du keine Verwendung für VLANs hast und auch kein detailliertes netzwerkmonitoring willst, dann ist eine Fritzbox wahrscheinlich nach wie vor eine hervorragende Lösung. Du brauchst dann wahrscheinlich kein UniFi.
Und du musst dich auch nicht mit der Frage beschäftigen, warum dein Access Point auf der anderen Seite des Hauses besser funktioniert als der im Flur.
Plug and Play hat durchaus seine Berechtigung.
Für wen lohnt sich UniFi?
Interessant wird UniFi für mich dann, wenn dein Netzwerk etwas größer und komplexer wird.
Zum Beispiel wenn du:
- viele Smart-Home-Geräte betreibst,
- mehrere Access Points benötigst,
- verschiedene Netzwerke voneinander trennen möchtest,
- VLANs einsetzen willst,
- detailliertes Netzwerk-Monitoring möchtest,
- Traffic Rules verwenden möchtest,
- dein Netzwerk später erweitern willst,
- oder einfach Spaß daran hast, etwas tiefer in die Materie einzusteigen.
Dann kann UniFi richtig Spaß machen und genau das ist bei mir der Fall.
Was mir nach zwei Jahren besonders gut gefällt
Nach zwei Jahren haben sich einige Dinge für mich klar herauskristallisiert.
Das Netzwerk-Monitoring
Ich kann sehr viel besser nachvollziehen, was in meinem Netzwerk passiert. Das ist gerade dann interessant, wenn plötzlich irgendwo ungewöhnlich viel Traffic entsteht oder ein Gerät Probleme macht.
Die VLANs
Die Möglichkeit, mein Netzwerk sauber aufzuteilen, ist für mich inzwischen einer der größten Vorteile.
Die zentrale Verwaltung
Access Points, Switches und Gateway lassen sich zentral verwalten. Das macht die Administration wesentlich übersichtlicher, wenn das Netzwerk größer wird.
Die Erweiterbarkeit
Ich kann neue Komponenten relativ unkompliziert integrieren. Das war für mich einer der Gründe, warum das Netzwerk über die zwei Jahre überhaupt so wachsen konnte.
Aber war wirklich alles besser als bei der Fritzbox?
Nein und genau deshalb möchte ich diesen Erfahrungsbericht auch nicht zu einer Lobeshymne auf UniFi machen.
Gerade am Anfang gab es durchaus Probleme. Hardware musste teilweise getauscht werden. Firmware-Updates liefen nicht immer so, wie ich es mir gewünscht hätte. Auch beim Controller beziehungsweise bei der Software gab es Situationen, die mich einiges an Nerven gekostet haben.
Das gehört für mich zur ehrlichen Bilanz dazu. Allerdings hat sich mein Eindruck über die Zeit verändert. Durch andere Hardware und die Weiterentwicklung der Software sind viele dieser Probleme inzwischen für mich kein Thema mehr.
Das System läuft stabil und genau das ist nach zwei Jahren für mich die entscheidende Aussage.
Mein VPN-Problem hat sich inzwischen erledigt
Hier hat sich gegenüber meinem ersten Erfahrungsbericht tatsächlich etwas Entscheidendes verändert.
Bei meinem ursprünglichen Internetanschluss hatte ich Probleme damit, mein gewünschtes VPN-Setup so zu betreiben, wie ich es eigentlich wollte. IPv6 und WireGuard waren bei meiner damaligen Konstellation nicht so unkompliziert, wie ich mir das vorgestellt hatte. Als Workaround hatte ich deshalb unter anderem UniFi Teleport genutzt.
Inzwischen hat sich die Situation allerdings geändert. Ich bin von Deutsche Glasfaser zu 1&1 gewechselt und habe dadurch nun eine öffentliche IPv4-Adresse. Damit kann ich WireGuard heute so einsetzen, wie ich es ursprünglich geplant hatte. Das ist für mich eine ziemlich wichtige Veränderung nach zwei Jahren und gleichzeitig zeigt sie ganz gut, dass nicht jedes Problem automatisch ein UniFi-Problem ist.
Manchmal liegt die Ursache schlicht beim Internetanschluss beziehungsweise bei der Art, wie der Provider die Verbindung bereitstellt.
Welche Fallstricke bei einem Providerwechsel lauern habe ich hier detailliert beschrieben: Anbieterwechsel im Glasfasernetz: Deutsche Glasfaser vs. 1&1 im Praxis-Check
Was würde ich heute anders machen?
Das ist wahrscheinlich die spannendste Frage nach zwei Jahren. Denn natürlich würde ich heute einiges anders machen. Nicht, weil mein damaliger Aufbau schlecht war, sondern weil ich inzwischen einfach mehr Erfahrung mit dem System und unserem Haus habe.
Ich würde beispielsweise die Auswahl der Access Points von Anfang an etwas genauer auf die tatsächlichen Einsatzorte abstimmen. Ich würde noch stärker zwischen Bereichen unterscheiden, in denen ich wirklich hohe WLAN-Performance brauche, und solchen, bei denen ein kleinerer Access Point völlig ausreicht. Und ich würde bei der WLAN-Planung noch stärker auf reale Messwerte setzen.
Denn genau das ist eine der wichtigsten Erfahrungen, die ich aus den vergangenen zwei Jahren mitnehme:
Gute Netzwerkhardware allein macht noch kein gutes Heimnetzwerk.
Die Verkabelung, die Position der Access Points, die baulichen Gegebenheiten und natürlich die eigenen Anforderungen sind mindestens genauso wichtig.
Würde ich heute noch einmal von der Fritzbox auf UniFi wechseln?
Ja. Definitiv.
Aber ich würde nicht jedem dazu raten. Wenn du eine einfache Lösung suchst, die du einrichtest und anschließend möglichst vergisst, würde ich wahrscheinlich bei der Fritzbox bleiben.
Wenn du aber Spaß daran hast, dein Heimnetzwerk selbst zu gestalten und etwas mehr Kontrolle möchtest, sieht die Sache anders aus.
Für mich hat sich der Wechsel jedenfalls gelohnt. Nach zwei Jahren ist UniFi nicht mehr das große Experiment, das es am Anfang war. Es ist schlicht unser Heimnetzwerk und genau das ist wahrscheinlich das beste Fazit, das ich ziehen kann. Ich denke inzwischen nicht mehr ständig darüber nach, ob UniFi funktioniert. Das Netzwerk läuft. Meine Smart-Home-Geräte funktionieren. Das WLAN funktioniert. Die verschiedenen Netzwerkbereiche funktionieren und wenn ich etwas ändern möchte, kann ich es selbst tun.

Ubiquiti UniFi Switch USW Lite 8 PoE
Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Link klickst und über diesen einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Danke dir! 🫶
Mein Fazit nach zwei Jahren UniFi
Wenn ich meine UniFi Erfahrungen nach zwei Jahren auf einen Satz reduzieren müsste, würde ich sagen:
Der Umstieg hat sich für mich gelohnt – aber UniFi ist kein System für jeden.
Du bekommst deutlich mehr Möglichkeiten und Flexibilität als bei einer klassischen Plug-and-Play-Lösung. Dafür musst du dich aber auch mit Netzwerktechnik beschäftigen und genau das sollte dir vor dem Kauf klar sein.
Wenn du dich darauf einlässt, bekommst du aus meiner Sicht ein sehr leistungsfähiges und flexibel erweiterbares Heimnetzwerk. Perfekt ist UniFi nicht. War es bei mir am Anfang auch nicht, aber nach zwei Jahren kann ich sagen:
Ich möchte nicht mehr zurück in die reine Fritzbox-Welt.
Die Fritzbox darf bei uns trotzdem bleiben. Für die Telefonie. Aber das Netzwerk gehört inzwischen UniFi.
Und jetzt interessiert mich deine Erfahrung
Vielleicht nutzt du selbst UniFi. Vielleicht bist du gerade erst dabei, dein Heimnetzwerk umzustellen oder du sitzt noch vor der Fritzbox und fragst dich, ob du dir diesen ganzen Aufwand wirklich antun möchtest. Dann würde mich deine Meinung interessieren.
Wie sieht dein Heimnetzwerk aus?
Hast du den Wechsel von Fritzbox zu UniFi bereits gemacht? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht? Und vor allem: Würdest du heute wieder genauso entscheiden?
Schreib mir deine Erfahrungen gerne in die Kommentare. Ich lese die Kommentare und versuche natürlich auch, Fragen zu beantworten.
Das passende Video zum UniFi Erfahrungsbericht
Wenn du dir meine Erfahrungen lieber im Video anschaust, kannst du dir hier den ausführlichen Erfahrungsbericht ansehen: 1 Jahr UniFi: Nie wieder Fritzbox? Mein ehrliches Fazit & was es gekostet hat!
Das Video stammt zwar noch aus der Ein-Jahres-Perspektive, viele der dort gezeigten Erfahrungen und der Aufbau unseres Netzwerks bilden aber die Grundlage für diesen inzwischen auf zwei Jahre erweiterten Erfahrungsbericht.
Und wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen möchtest, findest du auf meinem YouTube-Kanal Haus und Technik weitere Videos rund um Heimnetzwerk, Smart Home und Technik rund ums Haus.
👉 Haus und Technik auf YouTube
Kurz zusammengefasst
Meine UniFi-Erfahrungen nach zwei Jahren:
- Der Umstieg von der Fritzbox hat sich für mich gelohnt.
- Mein Netzwerk ist deutlich umfangreicher geworden.
- VLANs und Netzwerk-Monitoring möchte ich nicht mehr missen.
- Bei der WLAN-Planung ist praktische Messung wichtiger als reine Theorie.
- Einen U6 Lite habe ich inzwischen durch einen U6 Pro ersetzt.
- Vorhandene Lite Access Points nutze ich weiterhin, wenn sie für den jeweiligen Bereich ausreichen.
- Der Wechsel von Deutsche Glasfaser zu 1&1 hat mein VPN-Thema gelöst.
- Durch die öffentliche IPv4 kann ich WireGuard inzwischen sinnvoll einsetzen.
- Rund 1.600 Euro stecken aktuell in meiner UniFi-Hardware.
- UniFi ist nicht für jeden die bessere Lösung – für mich aber definitiv die passendere.




