
Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kennt das Ziel: Möglichst viel des erzeugten Stroms selbst verbrauchen. In meinem System nutze ich aktuell einen EcoFlow STREAM AC (1,98 kWh) Speicher als Zusatzbatterie für meine PV-Anlage.
Bislang habe ich den STREAM AC eher „stumpf“ und zeitgesteuert geladen: Zwischen 8:00 Uhr und 18:00 Uhr schaltete ein Shelly Smartplug die Ladung frei – vorausgesetzt, es liegen grundsätzlich mehr als 800 W Überschuss an. Da der Sommer sich nun langsam verabschiedet, wollte ich das Setup intelligenter gestalten.
Das Ziel: Der Speicher soll – genau wie meine große PV-Anlage (2x Kostal Wechselrichter mit Kostal Smart Energy Meter auf eine BYD HVS Batterie) – nur bei real anfallendem PV-Überschuss geladen werden.

Dafür habe ich mir das offiziell von EcoFlow angebotene und gebrandete „EcoFlow x Shelly Smart Meter“ (Shelly Pro 3EM) besorgt. Man sollte meinen: Offizielle Partnerschaft, originales EcoFlow-Zubehör – das muss doch per Plug & Play direkt in der EcoFlow-App laufen!
Doch um es vorwegzunehmen: Die Einbindung in die EcoFlow-App hat trotz stundenlanger Versuche absolut nicht funktioniert. Wie die Installation lief und woran die App-Integration des offiziellen Smart Meters letztlich gescheitert ist, erfahrt ihr in diesem Erfahrungsbericht.
1. Installation im Verteilerkasten: Das EcoFlow x Shelly Smart Meter läuft hardwareseitig perfekt
Die physische Montage im Zählerschrank ging vergleichsweise zügig und unkompliziert von der Hand:
- Strommessung per Klappwandler: Für die 3-Phasen-Messung reichen die drei mitgelieferten Wandlerklemmen vollkommen aus – ein optionaler vierter Wandler für den Neutralleiter (N) wird nicht benötigt. Ein riesiger Vorteil der Klappwandler: Sie lassen sich einfach um die jeweiligen Außenleiter legen. Die drei Phasen mussten dafür zu keinem Zeitpunkt mechanisch aufgetrennt oder abgeklemmt werden. Platz findet die Messung bei mir direkt unterhalb des Kostal KSEM.


- Referenzspannungen & Stromversorgung: Für die exakte Leistungsmessung benötigt der Shelly für jede Phase eine Spannungsreferenz (L1, L2, L3). Seine eigene Betriebsspannung greift er sich dabei direkt über L1 und N ab.
- Saubere Absicherung: Die Verdrahtung der drei Referenzphasen sowie des N-Leiters erfolgte mit 1,5qmm. Zur sauberen und normgerechten Absicherung habe ich dafür einen eigenen 3-poligen Leitungsschutzschalter mit der Charakteristik B 6A verbaut.
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis:
Die Arbeiten im Elektroverteiler (230 V / 400 V) erfordern fundiertes Fachwissen und dürfen ausschließlich durch eine qualifizierte Elektrofachkraft durchgeführt werden. Bei unsachgemäßem Hantieren im Zählerschrank besteht akute Stromschlag- und Lebensgefahr!
Netzwerkanbindung ohne WLAN-Frust
Ein großer Pluspunkt der Hardware des Shelly Pro 3EM: Neben WLAN bietet das Gerät auch einen vollwertigen LAN-Anschluss (RJ45). Das ist im Verteilerschrank extrem wertvoll, da Metalltüren und ein metallisches Gehäuses WLAN-Signale oft massiv dämpfen.
Da ich im Zählerschrank neben dem Shelly auch meinen Kostal KSEM per Kabel in mein Netzwerk einbinden musste, habe ich dort direkt einen kleinen 5-Port-Switch verbaut – konkret den UniFi USW Flex Mini. Der unschlagbare Vorteil dieser Lösung: Der Switch wird über PoE (Power over Ethernet) direkt von meinem PoE-fähigen UniFi-Zentralswitch mit Strom versorgt. So sparen wir uns ein separates Netzteil samt zusätzlicher Steckdose im Verteilerschrank und halten die Installation absolut sauber.
Falls kein LAN-Kabel im Zählerschrank liegt: Solltest du zwingend auf WLAN angewiesen sein, musst du die Signalstärke so hoch wie möglich ansetzen. Platziere den nächstgelegenen Access Point oder WLAN-Repeater so nah wie möglich am Verteilerschrank. Der Shelly ist darauf angewiesen, dass das Signal über verbleibende Luftspalte an den Rahmen oder Türen der Abdeckung ins Innere dringt.
⚠️Eine schwache WLAN-Verbindung ist hier aus zwei Gründen kritisch:
Erhöhte Wärmeentwicklung: Bei schlechtem Empfang schraubt der Shelly seine Sendeleistung dauerhaft auf das Maximum und versucht kontinuierlich, Abbrüche auszugleichen. Das führt zu einer spürbaren, zusätzlichen Erwärmung des Geräts – was auf engem Raum im Zählerschrank möglichst vermieden werden sollte.
Unzuverlässige Steuerung: Der Shelly dient als Smart Meter oft als Datenbasis für Automatisierungen, Regelungen oder PV-Überschusseinspeisung. Verbindungsabbrüche oder hohe Latenzen führen dazu, dass Steuerungsmechanismen nicht mehr sauber greifen.
🛒 Empfohlenes Installationsmaterial & Zubehör:
Falls du ein ähnliches Projekt planst (vom Shelly Pro 3EM bin ich nach wie vor absolut überzeugt!), habe ich dir alle relevanten Komponenten in einer übersichtlichen Amazon-Ideenliste zusammengestellt.
Neben dem Shelly selbst findest du dort direkt das komplette Material für den Einbau im Zählerschrank – darunter:
- Den kompakten 5-Port PoE-Switch (UniFi USW Flex Mini) samt passenden LAN-Kabeln für die feste Netzwerkanbindung
- Den passenden 3-poligen Leitungsschutzschalter (B 6A) & Phasenschienen
- Vorgefertigte Verdrahtungsbrücken für einen sauberen Anschluss
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis:
Die Arbeiten im Elektroverteiler (230 V / 400 V) erfordern fundiertes Fachwissen und dürfen ausschließlich durch eine qualifizierte Elektrofachkraft durchgeführt werden. Bei unsachgemäßem Hantieren im Zählerschrank besteht akute Stromschlag- und Lebensgefahr!
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2. Fehlgeschlagene Inbetriebnahme: Keine Chance in der EcoFlow App
Elektrisch lief alles auf Anhieb: Einschalten, Sicherung rein – der Smart Meter war sofort betriebsbereit. Die netzwerktechnische Integration in die EcoFlow-App entwickelte sich jedoch zum absoluten Desaster.
Versuch 1: Einbindung über WLAN schlägt fehl

Zunächst probierte ich die Einbindung via WLAN direkt aus der EcoFlow-App heraus (mit geöffneter Schranktür; mein Unifi U6 Lite Access Point hängt direkt oben an der Decke).
- Die App erkannte das EcoFlow x Shelly Smart Meter zunächst.
- Danach forderte sie den Zugriff auf ein 2,4-GHz-WLAN an. Kein Problem: Mein SmartHome-VLAN bedient genau dieses Frequenzband und mein STREAM AC läuft problemlos darin.
- Das Problem: Die WLAN-LED am Shelly blieb stur auf Rot. Die App übernahm das Gerät zwar scheinbar, konnte aber keine Cloud-Verbindung herstellen. Ein gefordertes Firmware-Update schlug ebenfalls fehl, da angeblich keine Internetverbindung bestand.
Auch ein Gerätewechsel vom SmartPhone auf eine Tablet (im selben SmartHome-VLAN) und ein Werksreset des Smart Meters brachten keinen Erfolg.

Versuch 2: Gegenprobe über das Webinterface (LAN) – Hardware ist intakt!
Um auszuschließen, dass das gelieferte Gerät defekt ist, habe ich den Shelly kurzerhand per LAN-Kabel ins Netzwerk geholt.
Über die IP-Adresse konnte ich sofort auf die Weboberfläche zugreifen. Das Ergebnis: Technisch war alles perfekt!
- Spannungen, Ströme und Wirkleistungen auf allen drei Phasen wurden exakt angezeigt.
- Leistungsfaktoren und Energieverläufe liefen sauber auf.
- Alle Einstellungen waren gewohnt übersichtlich erreichbar und die Firmware ließ sich direkt aktualisieren.
Versuch 3: Erneuter Versuch – Die EcoFlow App verweigert den Dienst
Nachdem feststand, dass die Hardware einwandfrei funktioniert, folgte der nächste Anlauf in der EcoFlow-App.

- Ich konnte dem Gerät zwar noch einen Raum zuweisen, danach war jedoch endgültig Endstation.
- Keine Messdaten, keine Cloud-Anbindung, keinerlei Funktion in der App.
- Auch das manuelle Hinterlegen eines dedizierten WLANs über die Weboberfläche (LED wechselte sogar auf Gelb/Grün) verhalf der App nicht zum Durchbruch.
Nach knapp 5 Stunden, etlichen Neustarts, Stromlos-Schalten und App-Resets habe ich den Versuch entnervt aufgegeben. Die EcoFlow x Shelly Smart Meter Integration schlug komplett fehl.
Anmerkung zur Cloud-Kopplung:
Natürlich gäbe es noch den Weg, das Shelly-Cloud-Konto direkt mit dem EcoFlow-Konto auf Serverebene zu verknüpfen. Mein persönlicher Ansatz ist es jedoch, so wenig externe Cloud-Abhängigkeiten wie möglich zu nutzen – zumal es sich hier um ein direkt von EcoFlow vertriebenes Gerät handelt, das nativ funktionieren sollte.
Fazit: Enttäuschung trotz offizieller EcoFlow-Partnerschaft
Aktuell muss ich mich damit zufriedengeben, dass die Integration in die EcoFlow-App nicht funktioniert hat. Der Smart Meter im Schrank verrichtet zwar als Hardware seinen Dienst, aber ich kann ihn nur über das lokale Webinterface nutzen oder per MQTT in meinen ioBroker einbinden.

Dem eigentlichen Ziel, den STREAM AC basierend auf echtem PV-Überschuss dynamisch über EcoFlow zu laden, bin ich leider kein Stück nähergekommen. Gerade bei einem offiziell gelieferten und gebrandeten EcoFlow x Shelly Smart Meter hatte ich mir echtes Plug & Play erhofft. Da der Shelly im Netzwerk absolut stabil läuft und einwandfreie Daten liefert, liegt das Problem hier ganz klar bei der App-Software von EcoFlow.
Ich werde hier aber am Ball bleiben und weiter probieren – ein Update folgt!
Wie sind deine Erfahrungen?
Hast du dir ebenfalls das EcoFlow x Shelly Smart Meter (Shelly Pro 3EM) geholt und hattest ähnliche Probleme bei der Integration? Oder gehörst du zu den wenigen Glücklichen, bei denen die Einbindung in die EcoFlow App direkt geklappt hat? Schreib es mir unbedingt unten in die Kommentare!
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