Hardy Barth eCharge Wallbox: Ausfall nach 3 Jahren – Wie mich der Support in den Wahnsinn treibt

Wer ein Elektroauto besitzt und auf eine eigene PV-Anlage setzt, für den ist intelligentes Überschussladen das Nonplusultra. Genau aus diesem Grund hat die Hardy Barth eCharge cPµ2 Pro vor drei Jahren den Weg in unsere Garage gefunden. Drei Jahre lang lief auch alles wunderbar. Doch nach Ablauf der Garantie zeigt sich nun das wahre Gesicht des Herstellers – und ein Support, der mich den letzten Nerv kostet.

➡️Falls ihr wissen wollt, wie das Setup eigentlich gedacht war: Eine detaillierte Beschreibung zum Thema Überschussladen und der Integration in unsere Hausautomatisierung findet ihr in diesem Artikel: 🔗PV-Überschussladen: Intelligent laden mit evcc und ioBroker

Heute geht es allerdings nicht um smarte Technik, sondern um ein technisches K.o. und eine Service-Wüste.

📌Hinweis: Es gibt ein aktuelles Update zu dieser Geschichte! Hardy Barth hat mir ein „Lösungsangebot“ geschickt. Spoiler: Es wird nicht besser. Das ganze Update findet ihr unten am Ende des Artikels (oder hier direkt zum Update springen).


Der Tag, an dem die Wallbox stumm wurde

Das Drama begann völlig unscheinbar. Beim Blick in unser Energiemanagement-Tool evcc tauchte plötzlich eine Fehlermeldung auf: Die IP-Adresse der Wallbox ist nicht mehr erreichbar.

Ein Kontrollblick auf die Box selbst sorgte für Verwirrung:

  • Weboberfläche: Komplett tot.
  • Gehäuse-LEDs: Alles im „grünen“ Bereich. Keinerlei Fehlermeldung nach außen hin sichtbar.
  • Fahrzeugerkennung: Gleichgültigkeit pur. Steckt man ein Auto an, passiert absolut nichts. Keine Statusänderung, kein Ladevorgang.

Mein erster Gedanke:„Nicht so dramatisch, hat sich halt mal aufgehängt.“ Also die Box einmal komplett vom Stromnetz getrennt (Netztrennung), kurz gewartet, wieder eingeschaltet. Und tatsächlich: Alles lief wieder!

Die Freude währte allerdings nur knapp eine Woche. Danach: Exakt das gleiche Fehlerbild. Nur half diesmal auch eine mehrfache, längere Netztrennung überhaupt nichts mehr. Die echarge cPµ2 Pro blieb im digitalen Koma.


Spurensuche im Inneren der Box

Da ich wissen wollte, was da schief läuft, habe ich das Gehäuse aufgeschraubt. Im Inneren der Wallbox befindet sich die sogenannte Salia-Platine (die Kommunikationsplatine). Hier zeigte sich zumindest ein Lebenszeichen: Eine grüne LED leuchtete dauerhaft, eine rote LED blinkte vor sich hin.

Laut offiziellem Handbuch gab dieses Blinkmuster jedoch kein eindeutiges Fehlerbild aus. Auch der Versuch, sich mittels direkt angestecktem Laptop über die werksseitige Recovery-IP direkt auf die Weboberfläche zu schalten, schlug komplett fehl. Die Platine verweigerte jegliche Kommunikation.





Der Hardy Barth Support oder: Das „Täglich grüßt das Murmeltier“-Prinzip

Ab hier wird die Geschichte unlustig. Ich schaltete die Box aus und verfasste eine detaillierte Fehlerbeschreibung an den Support von Hardy Barth. Nach einigen Tagen des Wartens kam die Rückmeldung: Der Support wollte per „Anynet“ (Fernwartung) auf die Box zugreifen.

Wie das gehen soll, wenn die Box im lokalen Netzwerk nicht einmal mehr eine IP-Adresse zieht, war mir zwar ein Rätsel, aber man tut ja, was verlangt wird. Ich schaltete die Box ein und – der berühmte Vorführeffekt – sie lief plötzlich wieder! Zugriff war da, evcc koppelte sich, das Auto lud. Ich gab dem Support Entwarnung. Der tippte im Nachgang auf einen Software-Fehler beim Starten der Box. Fall erledigt? Schön wär’s.

Genau einen Tag später der finale Absturz. Gleiches Fehlerbild, diesmal endgültig tot.

Die Endlosschleife des Grauens

Ich schrieb den Support erneut an und wies explizit darauf hin, dass die Box in keinem kommunikationsfähigen Zustand ist und ein Fernzugriff unmöglich sei. Die Antwort des Supports? Sie baten erneut um einen Fernwartungszugriff.

Hier half nur noch der Griff zum Telefonhörer. Nach einem Telefonat sah der Support es endlich ein: Fernwartung bringt nichts. Die neue Bitte: Ich solle das Fehlerbild der internen LEDs per Video dokumentieren und so viele Bilder der Box wie möglich einsenden.


E-Mails, die im Nichts verschwinden

Ich machte mich sofort an die Arbeit: Fotos geschossen, Videos gedreht, alles in eine ZIP-Datei gepackt und ab an den Support. Kurz darauf die Fehlermeldung: Mail konnte nicht zugestellt werden, Anhang zu groß. Ein kleiner Hinweis vorab, wie groß Anhänge beim Support-Postfach sein dürfen, wäre hilfreich gewesen.

Also dampfte ich das Ganze ein, schickte nur das Video und bot die Bilder bei Bedarf an. Die Mail ging durch. Danach folgte: Eine Woche absolute Funkstille.

Als ich schließlich per Mail nach dem aktuellen Stand der Fehlersuche fragte, traf mich der Schlag. Die Antwort: Man habe keine Mails mit Videos oder Bildern erhalten. Und – man höre und staune – ob man sich nicht per Fernwartung auf die Box aufschalten könne.

An diesem Punkt fragt man sich als Kunde wirklich, ob man versteckte Kamera spielt oder ob die eigenen Nachrichten überhaupt gelesen werden.


Mein Fazit: Das Ende des Experiments Hardy Barth

Ich schickte die Daten erneut ab, wies nochmals (zum gefühlt zehnten Mal) darauf hin, dass die Box offline ist, und forderte eine Lesebestätigung. Nichts passierte.

Erst ein erneuter Anruf am Folgetag brachte Licht ins Dunkel. Nach langem Suchen im System fand die Mitarbeiterin meine Daten. Man versprach mir, sich zeitnah zu melden. Das war das letzte, was ich von Hardy Barth gehört habe. Seitdem herrscht wieder Funkstille.

Mein endgültiges Urteil:
Eine Wallbox für knapp 1.000 Euro darf nach drei Jahren nicht einfach den Geist aufgeben. Aber Hardware-Defekte können passieren. Was nicht passieren darf, ist ein derart unorganisierter, ignoranter und unfähiger Support, der den Kunden in einer Endlosschleife aus Standard-Textbausteinen gefangen hält.

Was ich jetzt mache? Ich habe mit dem Thema Hardy Barth abgeschlossen. Ich werde die eCharge cPµ2 Pro in den nächsten Tagen ausschlachten, die noch funktionierenden Einzelteile bei eBay zu Geld machen und mich nach einem neuen Hersteller umsehen. Eines ist sicher: Um Hardy Barth mache ich in Zukunft einen ganz großen Bogen.


🛑 UPDATE vom 09.07.2026: Das furiose Finale der Service-Wüste (Oder: Wie man mit schlechtem Service noch Geld machen will)

Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben. Nachdem der Support meine Bilder und Videos nach Tagen des Suchens endlich im System gefunden hatte, brach man das Schweigen und schlug den letzten Strohhalm vor.

Der letzte Rettungsversuch: Firmware-Downgrade per USB-Stick Da die Kommunikationsplatine über LAN absolut nicht mehr erreichbar war, gab es noch eine letzte Option zur Wiederbelebung: Ein manuelles Firmware-Downgrade, das direkt vor Ort über einen USB-Stick aufgespielt werden sollte. Wenn das Netzwerk streikt, ist das eigentlich der richtige Weg, um die Platine quasi „auf Werkseinstellungen“ zurückzuzwingen. Aber selbst dieser Notanker versagte: Die Box hat das Downgrade schlichtweg nicht angenommen. Damit war klar: Die Hardware ist endgültig im digitalen Nirwana.

Die „Lösung“: Eine Ersatzplatine zum Schnäppchenpreis Nachdem auch die USB-Rettung scheiterte, zog der Support die Diagnose „auf Verdacht“: Die Kommunikationsplatine (Salia-Platine) ist defekt und muss getauscht werden. Man bot mir auch direkt Ersatz an – allerdings zum absoluten Schnäppchenpreis: Knapp 300 Euro sollte die neue Platine kosten.

Ein Wort des Bedauerns darüber, dass eine 1.000-Euro-Wallbox nach gerade einmal drei Jahren die Grätsche macht? Fehlanzeige. Kulanz? Ebenfalls Fehlanzeige.

Dafür bewies man beim Zubehör echtes Geschäftsbewusstsein: Für den Versand dieser rund 500 Gramm leichten Platine wollte man mir ernsthaft noch einmal 10 Euro zzgl. MwSt. Versandkosten berechnen.

Mein Fazit zum Update: Ich habe das Angebot dankend abgelehnt. Über 300 Euro in eine Box zu stecken, bei der nach so kurzer Zeit die Hauptplatine stirbt, ohne dass der Hersteller auch nur einen Millimeter Entgegenkommen zeigt? Nein, danke. Das Kapitel Hardy Barth ist für mich damit endgültig beendet. Die Box wird, wie angekündigt, ausgeschlachtet.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Hardy Barth oder anderen Wallbox-Herstellern gemacht? Wie kundenfreundlich lief es bei euch nach Ablauf der Garantie? Schreibt es mir unbedingt unten in die Kommentare!

Gerne darfst du natürllich auch meinen YouTube Kanal ➡️ „Haus und Technik“ besuchen. Dort findest Du weitere spannende Inhalte. Ich würde mich freuen! 😊

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