Proxmox Cluster im Homelab: Braucht man das wirklich?

Ein Proxmox-Cluster im eigenen Heimnetzwerk – braucht man das wirklich?
Oder ist das eher etwas für Technik-Enthusiasten, die Spaß daran haben, drei Server laufen zu lassen, obwohl einer eigentlich reichen würde? Diese Frage habe ich mir selbst irgendwann gestellt.

Der Cluster läuft bei mir inzwischen seit fast zwei Jahren und das Interessante daran: Ich habe an der grundlegenden Konfiguration seitdem praktisch nichts verändert, ich bin damit zufrieden und ich nutze die Möglichkeiten, die mir im Alltag tatsächlich etwas bringen.

Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, zu Hause eine hochverfügbare Enterprise-IT aufzubauen. Mein Homelab soll keine Mini-Version eines Rechenzentrums werden. Ich möchte eine Umgebung haben, die zuverlässig läuft, übersichtlich bleibt und mir das Leben leichter macht.

In diesem Artikel möchte ich deshalb aus meiner persönlichen Erfahrung erzählen, warum ich mich für einen Proxmox-Cluster entschieden habe, welche Vorteile ich tatsächlich nutze und wo ich heute sagen würde: Das muss man sich zu Hause nicht unbedingt antun.

Das ursprüngliche Video zum Proxmox-Cluster

Dieser Artikel ist aus meinem ursprünglichen YouTube-Video zum Thema Proxmox-Cluster entstanden.

Das Video ist inzwischen fast zwei Jahre alt. Die grundlegende Cluster-Konfiguration läuft bei mir allerdings bis heute praktisch unverändert. Deshalb finde ich es ganz interessant, beides miteinander zu verbinden: Im Video siehst du, wie ich damals an das Thema herangegangen bin, und hier im Artikel kann ich dir heute sagen, wie sich die Lösung im Alltag bewährt hat.

Wenn du dir das Video zunächst anschauen möchtest, kannst du das direkt hier tun:

Hinweis: Die im Video gezeigte Oberfläche, Softwareversionen und einzelne Details entsprechen natürlich dem damaligen Stand. Für die aktuelle Situation ist dieser Artikel maßgeblich.

Vom einzelnen Mini-PC zum Cluster

Mein Einstieg in die Proxmox-Welt war übrigens deutlich kleiner.

Angefangen hat das Ganze mit einem einzelnen Lenovo ThinkCentre M720q Tiny. Ich war auf der Suche nach einem kleinen, leisen und stromsparenden Homeserver, auf dem ich verschiedene Anwendungen getrennt voneinander betreiben konnte.

Der kleine Lenovo hat sich dabei ausgesprochen gut bewährt. Auch heute läuft bei mir noch entsprechende Hardware aus dieser ursprünglichen Konfiguration.

Wenn dich interessiert, wie ich überhaupt bei Proxmox und dem M720q gelandet bin, welche Hardware ich eingesetzt habe und welche Erfahrungen ich damit nach fast zwei Jahren gemacht habe, findest du die komplette Geschichte in meinem Artikel: Proxmox Server günstig: Mein Lenovo ThinkCentre M720q nach 2 Jahren

Der nächste Schritt war dann allerdings nicht geplant. – Aus einem Proxmox-Server wurden irgendwann drei.

Und damit kam die Frage auf: Warum eigentlich nicht einen Cluster daraus machen?

Refurbished Tiny / Mini-PCs

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Was ist überhaupt ein Proxmox-Cluster?

Bevor wir über die Vorteile sprechen, kurz zur Begrifflichkeit.

Ein Proxmox-Cluster besteht aus mehreren Proxmox-Servern, die gemeinsam verwaltet werden. Proxmox spricht dabei von Nodes oder Knoten.

In meinem Fall sind es drei Rechner, auf denen jeweils eine eigene Proxmox-Installation läuft.

Ein wichtiger Punkt dabei ist das sogenannte Quorum. Vereinfacht gesagt muss Proxmox feststellen können, ob genügend Cluster-Mitglieder erreichbar sind, damit der Cluster als funktionsfähig gilt.

Bei drei Nodes bedeutet das vereinfacht: Einer darf ausfallen. Fallen zwei von drei Nodes aus, ist das Quorum nicht mehr gegeben.

Das ist für das Verständnis eines Proxmox-Clusters wichtig, denn drei Server bedeuten nicht automatisch, dass alles dreifach abgesichert oder automatisch hochverfügbar ist.

Und genau deshalb sollte man sich vor dem Aufbau eines Clusters überlegen, was man eigentlich damit erreichen möchte.

Braucht man einen Proxmox-Cluster zu Hause?

Die kurze Antwort lautet: Nein. Zumindest nicht zwingend.

Wenn du einen ausreichend leistungsfähigen Rechner hast, kannst du deine virtuellen Maschinen und Container problemlos auf einem einzigen Proxmox-Server betreiben. Für viele Homelabs ist das sogar die sinnvollere Lösung.

Bei mir spielen allerdings mehrere Dinge zusammen. Zum einen sind meine einzelnen Rechner nicht besonders leistungsstark. Zum anderen wollte ich verschiedene Anwendungen bewusst voneinander trennen und teilweise auf unterschiedliche Hardware verteilen.

Und dann gibt es noch einen ganz einfachen Grund: Ich hatte Spaß daran. Das ist meiner Meinung nach ein völlig legitimer Grund für ein Homelab.

Nicht alles, was wir zu Hause mit Technik machen, muss sich wirtschaftlich rechnen. Wenn du Spaß an Virtualisierung, Netzwerken und Servern hast, darfst du dir auch einfach eine interessante Umgebung aufbauen.

Allerdings solltest du wissen, was du dir damit ins Haus holst.

Meine drei Proxmox-Nodes

Mein Cluster besteht aus drei Lenovo ThinkCentre M720q Tiny. Die Geräte sind klein, vergleichsweise sparsam und für meine Zwecke ausreichend leistungsfähig.

Vor allem sind sie baugleich. Das ist keine Nebensächlichkeit.

Mein erster Versuch mit einem Proxmox-Cluster sah nämlich anders aus. Damals hatte ich unterschiedliche Hardware miteinander kombiniert. Unter anderem war ein Fujitsu Esprimo dabei.

Die Rechner hatten unterschiedliche Prozessoren – und mein erster Cluster-Versuch ist damit ziemlich schnell in die Hose gegangen.

Das war für mich eine wichtige Lektion: Wenn du einen Proxmox-Cluster zu Hause aufbauen möchtest, würde ich möglichst identische Hardware verwenden. Damit ersparst du dir zumindest eine Reihe möglicher Probleme.

Und gerade wenn man – wie ich – kein professioneller IT-Administrator ist, sollte man sich das Leben nicht unnötig schwer machen.

Welche Vorteile bringt mir der Cluster?

Der unspektakuläre, aber praktische Vorteil: eine gemeinsame Oberfläche

Einer der Vorteile eines Clusters ist zunächst einmal ziemlich unspektakulär. Alle Nodes werden gemeinsam über das Proxmox-Datacenter verwaltet.

Ich sehe dadurch auf einen Blick:

  • welche Server laufen,
  • welche virtuellen Maschinen und Container aktiv sind,
  • wie CPU und RAM ausgelastet sind,
  • welche Ressourcen insgesamt zur Verfügung stehen,
  • ob mit einem Node etwas nicht stimmt,
  • und wie es um das Quorum steht.

Das klingt zunächst nicht nach einem Grund, drei Rechner aufzustellen. Im täglichen Betrieb ist es aber ausgesprochen angenehm. Statt mich auf jedem einzelnen Proxmox-Server separat anzumelden, habe ich meine komplette Umgebung an einer Stelle im Blick.

Und je größer das Homelab wird, desto angenehmer wird diese zentrale Verwaltung.

Backups zentral verwalten

Auch beim Thema Backups spielt die zentrale Verwaltung eine Rolle.

Ich habe beispielsweise einen gemeinsamen Speicher eingebunden, auf dem ISO-Dateien, Templates und Backups abgelegt werden können.

Auch die Backup-Jobs lassen sich zentral konfigurieren. Ich kann festlegen, welche virtuellen Maschinen oder Container gesichert werden und wann die Sicherung erfolgen soll. Nicht jeder Dienst muss dabei zwingend gleich behandelt werden. Ein Testsystem muss bei mir beispielsweise nicht unbedingt genauso häufig gesichert werden wie ein Dienst, auf den ich im Alltag angewiesen bin. Das lässt sich entsprechend differenzieren.

Natürlich könnte man solche Dinge auch ohne Cluster lösen. Aber im Cluster habe ich die entsprechenden Einstellungen an einer Stelle und kann die Umgebung entsprechend übersichtlich verwalten.

Der für mich wichtigste Vorteil: Migration

Der eigentliche Grund, warum ich meinen Cluster heute nicht mehr missen möchte, ist allerdings ein anderer.

Ich kann virtuelle Maschinen und Container zwischen meinen Nodes verschieben. Das Stichwort lautet Migration.

Nehmen wir an, ich möchte einen meiner Rechner für längere Zeit abschalten. Vielleicht steht eine Wartung an, ich möchte Hardware austauschen oder der Rechner soll einfach einmal gründlich gereinigt werden.

Dann verschiebe ich die wichtigen Dienste vorher auf einen anderen Node. Danach kann der betreffende Rechner heruntergefahren werden. Für mich ist das ein enormer Komfortgewinn.

Ohne Cluster müsste ich zunächst ein Backup erstellen, dieses auf einen anderen Rechner übertragen, dort wiederherstellen und anschließend die Anwendung starten. Das funktioniert natürlich. Aber sobald man das häufiger machen möchte, wird es schnell lästig. Und wenn die Anwendung später wieder zurück auf den ursprünglichen Rechner soll, beginnt das Spiel von vorne.

Mit einem Cluster ist das wesentlich eleganter.

Dafür braucht es gemeinsamen Speicher

Natürlich funktioniert die Migration nicht völlig ohne Voraussetzungen.

Damit eine VM oder ein Container zwischen Nodes verschoben werden kann, muss auch der Speicher entsprechend berücksichtigt werden. Ich verwende dafür gemeinsamen Speicher beziehungsweise entsprechend konfigurierte Speicher auf den Nodes. Für die migrationsfähigen Container liegen die Daten auf einem gemeinsamen ZFS-Setup.

Zusätzlich habe ich ein NAS eingebunden, auf dem unter anderem Backups, ISO-Dateien und Templates liegen.

Der entscheidende Punkt ist: Die Daten der zu migrierenden VM oder des Containers müssen für den Ziel-Node erreichbar sein. Hier sollte man sich deshalb vor dem Aufbau eines Clusters Gedanken über die Speicherarchitektur machen.

Denn drei Proxmox-Rechner hinzustellen und sie zu einem Cluster zusammenzuklicken, ist noch keine durchdachte Homelab-Infrastruktur.

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Hochverfügbarkeit? Habe ich bewusst weggelassen

Proxmox bietet natürlich noch mehr.

Ein Cluster kann beispielsweise auch für Hochverfügbarkeit genutzt werden. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Fällt ein Node aus, können dort laufende Dienste auf einem anderen Node wieder bereitgestellt werden. Das klingt zunächst fantastisch.

Ich habe mich trotzdem bewusst dagegen entschieden.

Zum einen brauche ich die Hochverfügbarkeit für mein Homelab schlicht nicht. Zum anderen bringt sie zusätzliche Anforderungen mit sich – insbesondere an die Infrastruktur und das Netzwerk.

Meine drei Lenovo-Rechner verfügen jeweils nur über eine 1-Gigabit-Netzwerkschnittstelle. Für meine normale Nutzung reicht das vollkommen aus. Eine professionelle Hochverfügbarkeitslösung lässt sich damit aber nicht aufbauen.

Und genau hier kommt für mich ein wichtiger Grundsatz ins Spiel: Nur weil eine Funktion vorhanden ist, muss man sie nicht benutzen. Mein Ziel ist nicht, zu Hause ein Rechenzentrum nachzubauen.

Ich möchte eine zuverlässige und für mich beherrschbare Umgebung.

Was läuft eigentlich auf diesem Cluster?

An dieser Stelle wird der Cluster für mich besonders interessant.

Denn die drei Rechner stehen natürlich nicht einfach herum und warten darauf, dass ich sie irgendwann einmal administriere. Auf der Proxmox-Umgebung laufen inzwischen zahlreiche Anwendungen und Dienste.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Homarr als Dashboard,
  • AdGuard für DNS- und Werbefilterung,
  • Nginx Proxy Manager als Reverse Proxy,
  • Docker und Portainer,
  • verschiedene Infrastruktur-Dienste,
  • ioBroker für die Hausautomation,
  • Home Assistant als Test- beziehungsweise Sandbox-System,
  • EVCC für das PV-Überschussladen,
  • MariaDB als Datenbank,
  • sowie weitere Dienste, die im Hintergrund ihre Aufgaben erledigen.

Welche Anwendungen bei mir aktuell konkret laufen, warum ich sie einsetze und welche Dienste sich gegenüber meinem ursprünglichen Setup verändert haben, habe ich deshalb in einem eigenen Artikel zusammengestellt:

🚧[Mein Proxmox Homeserver: Diese Apps und Dienste nutze ich heute]

Dort geht es weniger um die Hardware und den Cluster selbst, sondern um die Frage, was auf dieser Infrastruktur eigentlich passiert. Ich finde diese Unterscheidung ganz hilfreich.

Der Cluster ist die Infrastruktur darunter. Die Anwendungen sind das, was ich davon im Alltag tatsächlich nutze.

Warum ein Cluster gerade bei vielen kleinen Diensten interessant wird

Wenn man mit einem Homelab anfängt, ist alles noch überschaubar.

Ein Server. Vielleicht ein paar Container. Ein oder zwei Anwendungen. Irgendwann kommen aber immer mehr Dinge hinzu.

Bei mir hat sich das ähnlich entwickelt. Aus dem ursprünglichen Wunsch nach einem kleinen Homeserver ist nach und nach eine kleine private IT-Infrastruktur geworden.

Dabei laufen die einzelnen Dienste getrennt voneinander.

Das gefällt mir aus mehreren Gründen. Wenn eine Anwendung Probleme macht, muss das nicht automatisch die anderen Anwendungen betreffen. Ich kann einzelne Container sichern, aktualisieren, testen oder wieder entfernen. Und wenn ich einen Proxmox-Node warten möchte, kann ich die für mich wichtigen Dienste vorher auf einen anderen Node verschieben.

Genau hier macht der Cluster für mich Sinn.

Neue Dienste einfach ausprobieren

Ein weiterer Vorteil meines Setups ist die Möglichkeit, neue Anwendungen relativ unkompliziert auszuprobieren.

Mit Proxmox kann ich einen neuen Container erstellen, eine Anwendung installieren und zunächst einmal testen. Gefällt sie mir nicht, wird der Container wieder entfernt. Funktioniert sie gut und ich möchte sie dauerhaft nutzen, bleibt sie bestehen.

Gerade für mich ist das ein wichtiger Bestandteil des Homelabs. Ich möchte nicht jedes Mal, wenn ich eine neue Anwendung ausprobieren möchte, mein komplettes System verändern. Ein eigener Container schafft hier eine gewisse Ordnung.

Auch die bekannten Proxmox Helper Scripts können dabei eine Menge Arbeit abnehmen. Trotzdem sollte man bei solchen Scripts immer vorher prüfen, was sie eigentlich machen und ob sie zur eigenen Umgebung passen.

Der Cluster ist nicht automatisch ausfallsicher

Hier kann man leicht einem Denkfehler unterliegen.

Drei Rechner bedeuten nicht automatisch dreifache Sicherheit. Das Quorum spielt eine zentrale Rolle.

Bei drei Nodes kann grundsätzlich einer ausfallen. Wenn allerdings zwei Nodes nicht mehr verfügbar sind, ist das Cluster-Quorum nicht mehr gegeben. Und genau dann kann es unangenehm werden.

Denn während ein einzelner Proxmox-Server relativ unkompliziert einzurichten und zu administrieren ist, wird die Fehlersuche im Cluster schnell anspruchsvoller.

Ich habe das selbst erlebt.

Mein erstes Cluster und das Lehrgeld

Mein erster Cluster-Versuch hat mir ziemlich eindrucksvoll gezeigt, dass ein Cluster nicht einfach nur aus drei Rechnern besteht.

Ich hatte unterschiedliche Hardware miteinander kombiniert. Die unterschiedlichen CPUs haben mir dabei Probleme bereitet und mein erster Cluster-Versuch ist letztlich gescheitert.

Dazu kamen die Eigenheiten rund um das Quorum. Wenn das Quorum verloren geht, kann das beispielsweise dazu führen, dass die Verwaltung über die grafische Oberfläche nicht mehr wie gewohnt funktioniert und man sich mit SSH beziehungsweise der Kommandozeile beschäftigen muss.

Das kann einen als ambitionierten Heim-Administrator durchaus ein paar Nerven kosten.

Und genau deshalb habe ich irgendwann die Reißleine gezogen. Ich habe mich für drei baugleiche Lenovo M720q entschieden und mich auf die Funktionen konzentriert, die ich tatsächlich brauche. Keine Hochverfügbarkeit. Keine komplizierte Enterprise-Konfiguration. Einfach ein Cluster, das mir im Alltag Vorteile bringt.

Und genau diese Entscheidung hat sich für mich bewährt.

Was ich bewusst nicht mache

Ich glaube, dieser Punkt ist wichtig, weil man beim Thema Proxmox schnell in Versuchung kommt, immer noch eine Funktion mehr zu aktivieren.

Ich nutze meinen Cluster nicht als professionelles Hochverfügbarkeitssystem. Ich versuche auch nicht, jede einzelne Funktion von Proxmox auszureizen und ich kaufe nicht ständig neue Hardware, nur weil es inzwischen vielleicht leistungsfähigere Mini-PCs gibt.

Meine drei Nodes erfüllen ihren Zweck. Die Umgebung läuft, ich kann meine Dienste zentral verwalten, ich kann bei Bedarf Container und VMs verschieben und ich habe meine Backups im Griff.

Für mich ist das ausreichend.

Zwei Jahre später: Würde ich es wieder machen?

Ja.

Allerdings mit einer Einschränkung: Ich würde nicht jedem empfehlen, einen Proxmox-Cluster aufzubauen.

Wenn du gerade erst mit Proxmox anfängst, würde ich sogar eher dazu raten, zunächst mit einem einzelnen Rechner zu beginnen. Das kann – wie bei mir ursprünglich – ein kleiner gebrauchter Business-PC sein.

Installiere Proxmox, richte ein paar Container ein, sammle Erfahrungen, richte vernünftige Backups ein und irgendwann merkst du selbst, ob dir ein einzelner Server reicht oder ob du mehr möchtest.

Bei mir kam der Cluster erst später. Und genau so würde ich es heute wieder machen.

Für wen lohnt sich ein Proxmox-Cluster?

Für mich gibt es deshalb keine allgemeingültige Antwort.

Ein Cluster kann interessant sein, wenn du:

  • mehrere kleinere Rechner sinnvoll einsetzen möchtest,
  • deine Proxmox-Umgebung zentral verwalten möchtest,
  • VMs und Container zwischen Hosts verschieben möchtest,
  • häufiger Hardware warten oder Nodes abschalten möchtest,
  • verschiedene Dienste auf mehrere Rechner verteilen möchtest,
  • dich intensiver mit Virtualisierung beschäftigen möchtest,
  • oder schlicht Spaß an solchen Lösungen hast.

Ein einzelner Proxmox-Server reicht dagegen wahrscheinlich völlig aus, wenn du nur wenige Container und VMs betreibst und deine Hardware genügend Leistung besitzt.

Dann würde ich mir den zusätzlichen Aufwand eines Clusters sparen.

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Mein Fazit nach rund zwei Jahren

Wenn ich heute auf das ursprüngliche Video zurückblicke, finde ich vor allem interessant, wie wenig sich an meiner grundlegenden Cluster-Konfiguration geändert hat.

Der Cluster läuft und ich bin damit zufrieden. Ich nutze längst nicht alle Möglichkeiten, die Proxmox beziehungsweise ein Cluster bietet. Insbesondere die Hochverfügbarkeit habe ich bewusst nicht umgesetzt.

Für mich sind die zentrale Verwaltung und vor allem die Möglichkeit, VMs und Container zwischen meinen drei Nodes zu verschieben, die entscheidenden Vorteile.

Wenn ich einen Rechner herunterfahren möchte, verschiebe ich die wichtigen Dienste vorher einfach auf einen anderen Node. Das ist bequem und hat sich in meinem Alltag bewährt.

Gleichzeitig habe ich gelernt, dass ein Proxmox-Cluster deutlich anspruchsvoller sein kann als ein einzelner Proxmox-Server. Mein erster Versuch mit unterschiedlicher Hardware hat mir dafür ausreichend Lehrgeld beschert. Heute würde ich deshalb wieder auf drei möglichst baugleiche Nodes setzen und die Konfiguration bewusst einfach halten.

Und vielleicht ist genau das mein wichtigstes Fazit: Du musst nicht alles nutzen, nur weil Proxmox es anbietet. Für mich ist der Cluster kein Selbstzweck und schon gar kein Versuch, zu Hause ein kleines Rechenzentrum zu simulieren. Er ist einfach ein Werkzeug. Ein Werkzeug, das mir die Verwaltung meiner inzwischen doch recht umfangreichen Homelab-Umgebung erleichtert und mir vor allem bei Wartungsarbeiten viel Arbeit abnimmt.

Angefangen hat das Ganze übrigens mit einem einzigen kleinen Lenovo ThinkCentre M720q. Heute sind es dre und wenn ich mir anschaue, welche Anwendungen inzwischen darauf laufen, bin ich ziemlich froh, dass ich damals klein angefangen habe.

Denn genau dadurch konnte meine Umgebung Schritt für Schritt wachsen – ohne dass ich von Anfang an wissen musste, wo die Reise einmal hingeht.

Du möchtest sehen, wie mein Proxmox-Cluster damals aussah?

Im ursprünglichen Video zeige ich den Aufbau direkt am System und erzähle, welche Überlegungen hinter meiner damaligen Entscheidung für den Cluster standen.

📼 Zum ursprünglichen YouTube-Video

Wie sieht dein Proxmox-Cluster aus?

Betreibst du selbst einen Proxmox-Cluster zu Hause? Dann würde mich interessieren, wie viele Nodes du verwendest, welche Hardware bei dir läuft und ob du tatsächlich Hochverfügbarkeit nutzt.

Oder bist du – wie ich – der Meinung, dass ein einzelner Proxmox-Server für die meisten Aufgaben vollkommen ausreicht?

Schreib deine Erfahrungen gerne in die Kommentare. Gerade bei Homelab-Themen gibt es schließlich selten die eine perfekte Lösung. 🙂

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