Wie gut schlägt sich die V2C Trydan im Alltag? Ich habe die Wallbox bei mir installiert, mit meiner Photovoltaikanlage und meinem Kostal-System verbunden und ausführlich ausprobiert. Dabei gab es durchaus positive Überraschungen, aber auch einige Punkte, die mich einiges an Zeit und Nerven gekostet haben. In diesem Erfahrungsbericht erzähle ich dir, wie sich die Trydan bei mir schlägt, was funktioniert und wo ich noch Verbesserungsbedarf sehe.
Hinweis: Alle gemachten Angaben beziehen sich auf App Version 3.2.3, Web-Cloud Version 4.0.4 und Firmware Version 2.5.1
Transparenzhinweis: Dieser Artikel ist im Rahmen einer YouTube Kooperation mit V2C entstanden. Die V2C Trydan wurde mir vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt und meine Bewertung hat der Hersteller aber keinen Einfluss genommen. Ich schildere hier meine eigenen Erfahrungen und Eindrücke.
🎥 Im Video bekommst du einen Einblick in meinen Test der V2C Trydan. Alle Details, meine ausführlichen Erfahrungen und die technischen Hintergründe findest du in diesem Blogbeitrag.
Warum überhaupt eine neue Wallbox?
Manchmal kommt eine Veränderung schneller als geplant. Bei mir war es die bisherige Hardy Barth eCharge CPU2, die irgendwann ihren Dienst quittierte. Damit stand ich vor der Frage, welche Wallbox künftig mein Elektroauto beziehungsweise meinen Plug-in-Hybrid laden sollte.
➡️Zum Ableben meine Hardy Barth echarge Wallbox habe ich einen separaten Blogartikel verfasst den du hier nachlesen kannst: Hardy Barth eCharge Wallbox: Ausfall nach 3 Jahren – Wie mich der Support in den Wahnsinn treibt
Da ich bereits eine Photovoltaikanlage mit Kostal-Wechselrichtern und Batteriespeicher betreibe, waren meine Anforderungen relativ klar. Eine neue Wallbox sollte natürlich nicht einfach nur das Auto laden können. Sie musste sich möglichst problemlos in meine vorhandene Energietechnik integrieren lassen.
Besonders wichtig waren mir dabei folgende Punkte:
- Anbindung an meinen Kostal Plenticore beziehungsweise den Kostal KSEM Smart Meter
- Dynamisches PV-Überschussladen
- Integration in EVCC
- Möglichkeiten zur Einbindung in meine Hausautomatisierung mit ioBroker beziehungsweise Home Assistant
- Möglichst flexible lokale Steuerungsmöglichkeiten
Genau in dieser Phase kam die Anfrage von V2C, ob ich mir vorstellen könnte, die Trydan Wallbox im Rahmen einer YouTube-Kooperation zu testen.
Nach Austausch über die technischen Voraussetzungen und meine Erwartungen habe ich zugesagt. Die Trydan sollte also nicht nur an die Wand geschraubt werden, sondern sich in meine bestehende Infrastruktur einfügen und im Alltag beweisen.
V2C Trydan: Der erste Eindruck

Beim ersten Auspacken macht die V2C Trydan zunächst einen ordentlichen und stabilen Eindruck. Die Verarbeitung wirkt solide, auch wenn man durchaus merkt, dass bei der Gehäusekonstruktion Kunststoff eine größere Rolle spielt.
Das Ladekabel macht dagegen einen ausgesprochen robusten Eindruck. Es ist recht dick und stabil ausgeführt und verfügt über eine entsprechende Biege- und Zugentlastung. Gerade wenn du deine Wallbox täglich benutzt und das Kabel regelmäßig bewegst, ist das durchaus ein Punkt, auf den ich achte.
Die Gehäusetür lässt sich mit einem Schlüssel verschließen. Das finde ich grundsätzlich sinnvoll, insbesondere wenn die Wallbox im frei zugänglichen Außenbereich montiert wird. Allerdings ist das Öffnen der Tür gelegentlich etwas fummelig, da sie bei meinem Exemplar manchmal klemmt.
Im Inneren gibt es erfreulich großzügige Platzverhältnisse. Auch die Trennung zwischen dem elektrischen Installationsbereich und dem für den Benutzer zugänglichen Bereich macht auf mich einen durchdachten Eindruck.

Insgesamt also ein solider erster Eindruck, auch wenn es bei einigen Details noch Verbesserungspotenzial gibt.
Lieferumfang und Installation: Nicht alles ist dabei

Für die Wandmontage liefert V2C eine Bohrschablone sowie passende Dübel und Schrauben mit. Das erleichtert die Positionierung und Montage der Wallbox.
Interessant ist auch der Lieferumfang für die dynamische Leistungsregelung. V2C legt drei Stromzangen und eine V2C-Controlbox bei. Diese Komponenten werden benötigt, wenn weder ein kompatibler PV-Wechselrichter noch ein Smart Meter zur Verfügung stehen, über den die notwendigen Messwerte bereitgestellt werden können.
Bei der Installation sind mir allerdings auch einige Dinge aufgefallen, die ich so nicht unbedingt erwartet hätte.

Zum einen fehlen passende Kabelverschraubungen. Zum anderen sind keine vorbereiteten Öffnungen für die Netzzuleitung vorhanden. Diese musste ich selbst mit einem 25-mm-Kreisschneider herstellen.
Die vorgesehene Kabeleinführung ist von oben vorgesehen. Nur bei entsprechender Feuchtigkeit wird eine Zuführung von unten empfohlen. Als Leitungseinführung dient eine relativ groß dimensionierte, verschraubbare Tülle.
Das ist für mich nicht unbedingt die eleganteste Lösung. Gerade bei einer Installation im Außenbereich würde ich mir hier eine etwas durchdachtere Lösung wünschen.
Ein weiterer Punkt, der bei mir zunächst für Verwirrung sorgte, war der LAN-Anschluss.
Ich war davon ausgegangen, dass die Trydan grundsätzlich über Ethernet angebunden werden kann. Tatsächlich ist ein RJ45-Anschluss auf der Platine vorhanden, dieser ist bei der Standardversion allerdings für Modbus RS485 vorgesehen. Eine normale LAN-Anbindung gibt es erst bei der Trydan Pro.
Die Standard-Trydan kommuniziert über WLAN oder Bluetooth.
Das hatte ich bei meiner Planung schlicht übersehen. Dummerweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits eine entsprechende Öffnung für ein LAN-Kabel in das Gehäuse gebohrt.
Mein Fehler, aber vielleicht hilft dir diese Information, wenn du ebenfalls eine Installation planst: Prüfe vorher genau, welche Anschlussmöglichkeiten deine gewählte Trydan-Version tatsächlich bietet.
Inbetriebnahme: Die App ist praktisch notwendig
Die Installations- und Bedienungsanleitung ist für meinen Geschmack eher dürftig. Zwar ist sie in zahlreichen Sprachen verfügbar, der Informationsgehalt bleibt aber überschaubar. Hinzu kommt, dass die Darstellung recht klein und für Menschen mit nicht mehr ganz perfekten Augen nicht unbedingt angenehm zu lesen ist.
V2C bietet allerdings eine deutschsprachige Hilfeseite zur Einrichtung der V2C Cloud an. Auch Videos stehen zur Verfügung, diese sind allerdings teilweise in englischer Sprache.
➡️Link zur V2C Supportseite: Trydan V2C Support-Bereich
Eigentlich wirbt V2C damit, dass die Trydan auch ohne Internetverbindung lokal betrieben werden kann. Das war für mich durchaus interessant, denn ich möchte meine Wallbox möglichst unabhängig von einer permanenten Cloud-Verbindung nutzen können.
Wie umfangreich diese lokale Steuerung in der Praxis möglich ist, wollte ich mir im Verlauf des Tests noch genauer ansehen.
Die erste Inbetriebnahme direkt über das Display hat bei mir allerdings nicht funktioniert. Die Sprache war zunächst auf Spanisch eingestellt und ließ sich für mich (ohne nennenswerte spanische Sprachkenntnisse) nicht ohne Weiteres ändern.
Also habe ich kurzerhand die V2C-App installiert und die Wallbox über Bluetooth eingebunden. Das funktionierte problemlos. Allerdings ist dafür eine Registrierung erforderlich.
Anschließend konnte ich die Display-Sprache ändern und die WLAN-Verbindung einrichten.
Ganz intuitiv fand ich die Bedienung allerdings nicht. Einige Menüpunkte sind etwas gewöhnungsbedürftig und nicht unbedingt dort zu finden, wo man sie erwarten würde.
Kostal KSEM und Plenticore: Die Anbindung funktioniert grundsätzlich

Für mich war die Integration in mein vorhandenes Kostal-System einer der wichtigsten Punkte des gesamten Tests.
Meine Photovoltaikanlage besteht aus zwei Kostal Plenticore Wechselrichtern. Einer versorgt das Süddach mit Batteriespeicher, der andere das Norddach ohne eigenen Speicher.
Der Kostal KSEM Smart Meter stellt die aggregierten Messwerte beider Wechselrichter bereit. Deshalb habe ich mich zunächst für die Anbindung über den KSEM entschieden.
Die Integration war allerdings nicht ganz so einfach zu finden, wie ich erwartet hatte.
Um einen Wechselrichter oder Smart Meter einzubinden, muss man in der App in den Bereich Leistungssteuerung wechseln. Das klingt zunächst etwas widersprüchlich, da ich dort eigentlich die Regelung der Ladeleistung vermutet hätte.
Auch die Zuordnung des KSEM ist nicht unbedingt logisch. Er wird in der App nicht unter den Messgeräten, sondern im Bereich der Wechselrichter geführt.

Wenn man das einmal weiß, funktioniert die Einbindung aber recht unkompliziert.
Auch die Anbindung meines Kostal Plenticore über das Webportal der V2C Cloud ließ sich problemlos herstellen.
In der grafischen Energieübersicht werden anschließend die Photovoltaikanlage, das Haus, das Stromnetz, die Wallbox und der Batteriespeicher dargestellt.
Allerdings gab es bei mir zunächst eine kleine Unstimmigkeit: Die Batterie wurde zwar angezeigt, blieb in der grafischen Übersicht aber inaktiv.
Das zeigt bereits, dass eine grundsätzlich funktionierende Verbindung nicht automatisch bedeutet, dass sämtliche Informationen und Funktionen auch vollständig zur Verfügung stehen.
Ich habe mich zunächst für die Smart-Meter-Anbindung entschieden, weil der KSEM die aggregierten Daten meiner beiden Wechselrichter bereitstellt.
WLAN-Probleme: Hier wurde es unnötig kompliziert
Ein Punkt, der mich während der ersten Wochen besonders beschäftigt hat, war die WLAN-Verbindung.

Die Trydan verlor bei mir relativ häufig ihre Verbindung beziehungsweise wurde in der Smartphone-App als offline angezeigt.
Das ist natürlich nicht unbedingt das, was man von einer modernen Wallbox erwartet. Gerade wenn man die Anlage über eine App überwachen und steuern möchte, sollte die Verbindung zuverlässig funktionieren.
Da ich ein UniFi-Netzwerk betreibe, habe ich zunächst auch meine eigene Infrastruktur als mögliche Fehlerquelle betrachtet. Meine WLAN-Access-Points sind über LAN angebunden und das Netzwerk ist entsprechend konfiguriert.
Ich habe deshalb ein Support-Ticket bei V2C eröffnet.
Die Reaktion kam erfreulich schnell. Gemeinsam mit dem Support haben wir verschiedene Einstellungen überprüft und Anpassungen an meinem WLAN sowie am Access Point vorgenommen.
Zusätzlich wurde die Firmware der Wallbox von Version 2.5.0 auf Version 2.5.1 aktualisiert. Diese sollte die WLAN-Verbindung stabilisieren und bei Verbindungsabbrüchen das WLAN-Modul automatisch neu initialisieren.
Leider brachte das zunächst nicht den erhofften Durchbruch.
Die Wallbox wurde weiterhin gelegentlich als offline angezeigt, während andere Komponenten meines Netzwerks problemlos funktionierten.
Interessant war dabei eine Beobachtung: Obwohl die V2C-App die Wallbox als offline anzeigte, funktionierte die Kommunikation über Modbus TCP/IP mit EVCC weiterhin.
Auch über das Webportal der V2C Cloud ließ sich die Wallbox erreichen, obwohl die Smartphone-App einen Offline-Status meldete.

Nach weiteren Untersuchungen und Rückfragen kam der Support zu dem Ergebnis, dass die Ursache offenbar nicht in meiner WLAN-Infrastruktur lag, sondern mit der Alive-Abfrage beziehungsweise der MQTT-Kommunikation zu den Cloud-Servern zusammenhing.
Die Verbindung zwischen App und Wallbox verhielt sich also nicht immer so, wie man es erwarten würde.
Ein kleiner Workaround hat sich bei mir inzwischen bewährt: Wenn die App die Wallbox als offline anzeigt, schalte ich Bluetooth am Smartphone aus und starte die App anschließend neu. Danach wird die Wallbox sofort wieder als online angezeigt.
Wichtig ist mir dabei eine Unterscheidung: Die Offline-Anzeige in der App bedeutete bei meinem Test nicht, dass die Wallbox tatsächlich nicht mehr funktionierte. Die Kommunikation über EVCC und der Zugriff über das Cloud-Webportal waren weiterhin möglich.
Trotzdem bleibt dieser Punkt für mich ein deutlicher Kritikpunkt. Der Aufwand, den ich betreiben musste, um eine Wallbox zuverlässig in einem normalen WLAN zu betreiben, war durchaus erheblich.
Gerade wenn du kein ausgeprägtes Interesse an Netzwerktechnik hast, dürfte eine solche Fehlersuche schnell zur Herausforderung werden.
Positiv hervorheben möchte ich allerdings den Support von V2C. Die Reaktionszeiten waren kurz, die Ansprechpartner engagiert und die Fehlersuche erfolgte gemeinsam mit mir in mehreren Schritten.
PV-Überschussladen mit der V2C Trydan
Kommen wir zu einem der spannendsten Themen: dem Laden mit selbst erzeugtem Solarstrom.
Wenn du eine Photovoltaikanlage besitzt, möchtest du natürlich möglichst viel des selbst erzeugten Stroms auch selbst nutzen. Und genau hier soll eine intelligente Wallbox ihre Stärken ausspielen.
Die V2C Trydan bietet dafür verschiedene Lademodi. Allerdings sind die Bezeichnungen und Einstellmöglichkeiten nicht immer selbsterklärend.
Ich möchte dir deshalb die wichtigsten Modi anhand meiner Erfahrungen etwas näherbringen.
PV-Exklusivmodus: Laden ausschließlich mit Solarüberschuss

Im PV-Exklusivmodus versucht die Trydan, das Fahrzeug möglichst ausschließlich mit überschüssigem Solarstrom zu laden.
Das bedeutet: Zunächst wird der aktuelle Stromverbrauch des Hauses berücksichtigt. Nur wenn darüber hinaus ausreichend PV-Leistung vorhanden ist, wird das Fahrzeug geladen.
Sinkt die Solarproduktion beispielsweise durch eine vorbeiziehende Wolke, kann die Ladeleistung reduziert und der Ladevorgang gegebenenfalls vollständig unterbrochen werden.
Das ist grundsätzlich sinnvoll, wenn du wirklich ausschließlich deinen Solarüberschuss nutzen möchtest.
Allerdings gibt es dabei eine technische Grenze: Ein Elektroauto benötigt eine gewisse Mindestladeleistung.
Bei einphasigem Laden sind das aufgrund des Mindestladestroms von 6 Ampere rund 1,4 kW.
Wenn deine PV-Anlage diese Leistung nicht dauerhaft bereitstellen kann, wird der Ladevorgang entsprechend häufig unterbrochen.
Gerade bei wechselhaftem Wetter kann das ziemlich nervig werden.
Eine Möglichkeit, dem etwas entgegenzuwirken, ist die Einstellung eines kleinen positiven Netzbezugs-Offsets. Damit kann man beispielsweise einen kleinen Netzbezug von etwa 200 Watt zulassen, um die Regelung etwas stabiler zu gestalten.
PV und Mindestleistung: Ein Kompromiss zwischen Solarstrom und Netzbezug

Der Modus PV und Mindestleistung verfolgt einen etwas anderen Ansatz.
Hier wird eine Mindestladeleistung definiert. Die Wallbox versucht weiterhin, möglichst viel PV-Überschuss zu nutzen, ergänzt diesen aber bei Bedarf durch Strom aus dem Netz.
Der Vorteil: Der Ladevorgang muss nicht ständig unterbrochen werden, nur weil die Sonne gerade etwas weniger Energie liefert.
Gerade wenn du dein Auto über einen längeren Zeitraum laden möchtest, kann das ein interessanter Kompromiss sein.
Bei meiner eigenen Konfiguration funktionierte dieser Modus allerdings nicht wie erwartet.
Mein Plug-in-Hybrid lädt mit einer Mindestleistung von rund 2,7 kW, da er bei der von mir verwendeten Einstellung zweiphasig mit jeweils 6 Ampere lädt. Unabhängig davon, welche Mindestleistung ich für den Netzbezug eingestellt habe, blieb die Ladeleistung bei diesen rund 2,7 kW.
Die Ursache scheint mit den verfügbaren Daten zusammenzuhängen, die zwischen der Trydan und meinem Kostal-System ausgetauscht werden.
Insbesondere die Informationen zur Batterie scheinen in dieser Kombination nicht vollständig zur Verfügung zu stehen. Dadurch kann die Regelung nicht so arbeiten, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Die Erklärung der integrierten KI in der App ging ebenfalls in diese Richtung.
Für mich ist das ein wichtiger Punkt: Eine Wallbox kann zwar grundsätzlich mit einem bestimmten Wechselrichter kommunizieren, daraus folgt aber nicht automatisch, dass sämtliche Funktionen der PV-Überschussregelung auch unterstützt werden.
Netz und PV: Maximale Ladeleistung
Wer sein Fahrzeug möglichst schnell laden möchte, kann den Modus Netz und PV verwenden.
Hier wird die verfügbare Ladeleistung aus dem Netz mit der aktuellen PV-Produktion kombiniert.
Die Wallbox berücksichtigt dabei die eingestellte beziehungsweise verfügbare Anschlussleistung. Wird die zulässige Leistung durch den Gesamtverbrauch im Haushalt überschritten, kann der Ladevorgang entsprechend pausiert werden.
Das ist vor allem dann interessant, wenn du nicht ausschließlich mit Solarüberschuss laden möchtest, sondern dein Fahrzeug möglichst zuverlässig und schnell wieder einsatzbereit haben willst.
Ladepause und zeitgesteuertes Laden
Auch eine Ladepause lässt sich konfigurieren.
Dabei können Zeitfenster festgelegt werden, in denen das Fahrzeug nicht geladen werden soll.
Das kann beispielsweise interessant sein, wenn du bestimmte Tarifzeiten berücksichtigen möchtest oder den Ladevorgang bewusst auf einen späteren Zeitpunkt verschieben willst.
KI-Assistent in der V2C-App: Praktische Hilfe mit einem kleinen Fragezeichen

Eine Funktion, die mir bei der Einrichtung durchaus positiv aufgefallen ist, ist der integrierte KI-Assistent.
Gerade wenn man sich durch die verschiedenen Lademodi und Einstellmöglichkeiten arbeitet, kann die Bedienung der App etwas unübersichtlich werden.
Hier hilft der Assistent tatsächlich weiter.
Er kann offenbar direkt auf die Konfiguration der Wallbox zugreifen, Einstellungen analysieren und bei Bedarf auch Änderungen vornehmen.
Das ist praktisch, denn statt sich durch zahlreiche Menüs zu arbeiten, kann man sein gewünschtes Ergebnis beschreiben und erhält Unterstützung bei der Konfiguration.
Allerdings habe ich dabei auch ein etwas ungutes Gefühl.
Ich möchte meine technische Infrastruktur grundsätzlich selbst kontrollieren. Wenn eine externe KI direkt in meine Wallbox hineinschauen und Einstellungen verändern kann, stellt sich für mich durchaus die Frage, wie weit diese Zugriffsrechte reichen und wann solche Änderungen vorgenommen werden.
Das ist keine grundsätzliche Ablehnung solcher Funktionen. Im Gegenteil: Die Unterstützung kann gerade für weniger technikaffine Anwender eine echte Erleichterung sein.
Ich würde mir aber wünschen, dass der Nutzer jederzeit nachvollziehen kann, welche Daten übertragen werden und welche Änderungen die KI tatsächlich vornehmen darf.
V2C-App und Cloudportal: Zwei Wege, aber nicht immer identische Funktionen
Neben der Smartphone-App bietet V2C auch ein webbasiertes Cloudportal.
Das ist grundsätzlich eine gute Sache. Schließlich möchte nicht jeder sämtliche Einstellungen ausschließlich über das Smartphone vornehmen.
Allerdings sind nicht alle Funktionen in beiden Oberflächen verfügbar.
Ein Beispiel ist die Einstellung der Beleuchtungsintensität direkt an der Wallbox. Diese lässt sich bei meiner Konfiguration nur über die App verändern.
Auch bei der Synchronisation zwischen App und Webportal sind mir Unstimmigkeiten aufgefallen.
Ladeprofile, die ich in der App angelegt hatte, wurden zwar im Webportal angezeigt, allerdings fehlten teilweise die zugewiesenen PV-Ladetypen.

Noch problematischer war, dass sich über das Webportal angelegte Ladeprofile bei mir nicht zuverlässig speichern ließen.
Hier besteht aus meiner Sicht noch Verbesserungsbedarf. Wenn ein Hersteller zwei Bedienoberflächen anbietet, sollten die grundlegenden Funktionen und Einstellungen möglichst konsistent zur Verfügung stehen.
EVCC-Integration: Für mich ein wichtiger Pluspunkt

Da ich meine Haustechnik möglichst flexibel gestalten möchte, ist EVCC für mich ein wichtiger Bestandteil meiner Ladeinfrastruktur.
Die gute Nachricht: Die Einbindung der V2C Trydan in EVCC war bei mir relativ unkompliziert.
EVCC bietet inzwischen eine grafische Konfiguration, über die sich die einzelnen Komponenten einbinden lassen.
Für die Trydan wird ein Sponsor-Token benötigt. Da ich diesen bereits von meiner vorherigen Hardy Barth Wallbox hatte, konnte ich direkt mit der Einrichtung beginnen.
Ein wichtiger Hinweis: Wenn du EVCC zur Steuerung deiner Wallbox verwenden möchtest, solltest du die dynamische Laststeuerung in der V2C-App deaktivieren.
Andernfalls versuchen zwei unterschiedliche Systeme gleichzeitig, die Ladeleistung zu regeln. Das kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen.
Mit der entsprechenden Konfiguration funktionierte die Kommunikation zwischen EVCC und der Trydan bei mir problemlos.
Besonders interessant ist, dass die Kommunikation über Modbus TCP/IP auch dann funktionierte, wenn die V2C-App die Wallbox als offline anzeigte.
Das zeigt für mich, dass die App- beziehungsweise Cloud-Anbindung und die lokale Kommunikation mit einem externen Steuerungssystem getrennt betrachtet werden müssen.
Die weitere Einbindung in meine Hausautomatisierung mit ioBroker beziehungsweise Home Assistant möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt noch gesondert behandeln.
Phasenumschaltung: Mit EVCC funktioniert es, über V2C bislang nicht
Ein weiteres wichtiges Thema beim PV-Überschussladen ist die Umschaltung zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden.
Warum ist das interessant?
Wenn deine Photovoltaikanlage gerade nur einen geringen Überschuss produziert, kann es sinnvoll sein, zunächst einphasig zu laden. Steigt die verfügbare Solarleistung, kann auf dreiphasiges Laden umgeschaltet werden.
Damit lässt sich der nutzbare Leistungsbereich beim Überschussladen erweitern.
Die Trydan bietet hierfür eine entsprechende Einstellung. Allerdings ist diese etwas ungewöhnlich gelöst.
Während die meisten Einstellungen über die App oder das Cloudportal vorgenommen werden, muss die Phasenkonfiguration direkt an der Wallbox über die beiden Tasten und das Display erfolgen.
Das ist zwar grundsätzlich machbar, aber nicht unbedingt die intuitivste Lösung.
Bei meiner bisherigen Erprobung führte die Einstellung für gemischtes Laden allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis. Das Fahrzeug lud anschließend weiterhin nur einphasig mit maximal rund 3,6 kW.
Eine zuverlässige automatische Phasenumschaltung über die V2C-eigene Steuerung konnte ich bislang nicht erreichen.
Anders sieht es mit EVCC aus. Hier funktioniert die Umschaltung bei meiner Installation problemlos. Ich konnte während eines laufenden Ladevorgangs von einphasigem auf dreiphasiges Laden wechseln. Dabei wird der Ladevorgang kurzzeitig unterbrochen während die Umschaltung stattfindet und startet danach wieder automatisch.

Die Umschaltung funktioniert in diesem Zusammenhang zuverlässig in beide Richtungen : 1-phasig -> 3-phasig -> 1-phasig
Damit steht für mich fest: Die Phasenumschaltung funktioniert grundsätzlich mit meiner Trydan, wenn sie über EVCC gesteuert wird.
Über die interne Steuerung und die V2C-eigene Software ist mir das bislang dagegen nicht gelungen.
Das ist ein wichtiger Unterschied, den man bei der Bewertung der Wallbox berücksichtigen sollte. Die vorhandene Hardware und die Möglichkeiten der Hersteller-Software sind eben nicht zwangsläufig identisch.
Ladestatistik: Ein Detail, das mich stört
Auch die Auswertung der Ladevorgänge habe ich mir genauer angesehen.
Dabei ist mir eine Besonderheit aufgefallen, die ich nicht optimal gelöst finde.
Wenn ich einen laufenden Ladevorgang am Fahrzeug beende, indem ich das Auto entriegele, den Ladestecker abziehe und losfahre, wird dieser Vorgang als abgebrochen erfasst.
Das ist zunächst nachvollziehbar.
Allerdings taucht die tatsächlich geladene Energiemenge anschließend nicht in der Statistik auf.
Für mich ist das nicht besonders glücklich gelöst.
Schließlich interessiert mich in erster Linie, wie viel Energie tatsächlich in das Fahrzeug geladen wurde. Ob der Ladevorgang regulär beendet oder durch das Abziehen des Steckers unterbrochen wurde, ist für meine persönliche Auswertung zweitrangig.
Hier würde ich mir wünschen, dass die geladene Energiemenge unabhängig vom Abschlussstatus des Ladevorgangs in der Statistik berücksichtigt wird.
Mein bisheriges Fazit zur V2C Trydan
Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist die V2C Trydan eine Wallbox mit vielen interessanten Funktionen und umfangreichen Möglichkeiten zur Integration in eine bestehende PV- und Hausautomatisierungsumgebung.
Allerdings zeigt sich auch, dass zwischen den beworbenen Möglichkeiten, der tatsächlichen Unterstützung einzelner Wechselrichter und der Bedienbarkeit im Alltag durchaus Unterschiede bestehen können.
Was mir gefällt:

- Solider und insgesamt wertiger erster Eindruck
- Robustes und stabiles Ladekabel
- Großzügige Platzverhältnisse im Gehäuse
- Anbindung an meinen Kostal KSEM und Plenticore grundsätzlich möglich
- Verschiedene Lademodi für PV-Überschussladen
- Integrierter KI-Assistent als Unterstützung bei der Einrichtung
- EVCC-Integration funktioniert problemlos
- Phasenumschaltung über EVCC funktioniert bei meiner Installation
- Schnelle und engagierte Reaktion des Herstellersupports
Was mir weniger gefällt:

- Eher dürftige Installations- und Bedienungsanleitung
- Keine vorbereiteten Öffnungen und keine passenden Kabelverschraubungen im Lieferumfang
- Teilweise wenig intuitive Menüführung
- Cloud-Problematik mit wiederkehrender Offline-Anzeige in der Smartphone-App
- Nicht alle PV-Funktionen stehen in Verbindung mit Kostal zur Verfügung
- Unterschiede und Synchronisationsprobleme zwischen App und Webportal
- Phasenumschaltung über die V2C-eigene Steuerung funktioniert bei mir bislang nicht wie erwartet
- Unvollständige Berücksichtigung abgebrochener Ladevorgänge in der Statistik
Für wen ist die V2C Trydan interessant?
Wenn du eine Wallbox suchst, die mehr kann als nur dein Elektroauto zu laden, solltest du dir die Trydan durchaus genauer ansehen.
Insbesondere die Möglichkeiten zur Anbindung an Photovoltaikanlagen und externe Steuerungssysteme wie EVCC sind interessant.
Allerdings solltest du dich vor dem Kauf genau mit deiner vorhandenen Infrastruktur beschäftigen. Nicht jede Kombination aus Wechselrichter, Smart Meter und Wallbox bietet automatisch sämtliche Funktionen.
Wenn du dich ohnehin gerne mit deiner Haustechnik beschäftigst, Einstellungen ausprobierst und auch einmal etwas tiefer in die Konfiguration einsteigst, wirst du mit den Möglichkeiten der Trydan sicherlich einiges anfangen können.
Wenn du dagegen eine Wallbox suchst, die du anschließt, einmal einrichtest und anschließend möglichst ohne weitere Beschäftigung nutzt, könnten dich die teilweise umständliche Einrichtung und die von mir beobachteten Verbindungsprobleme stören.
Für mich ist die Trydan jedenfalls ein interessantes Projekt, bei dem ich noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe.
Die weitere Integration in meine Hausautomatisierung sowie zusätzliche Tests mit meinem Kostal-System und weiteren Komponenten stehen noch aus.
Deshalb werde ich diesen Erfahrungsbericht bei neuen Erkenntnissen entsprechend ergänzen.
Mein Fazit: Die V2C Trydan bietet viele interessante Möglichkeiten, ist aber noch nicht in allen Bereichen so unkompliziert, wie ich mir das wünschen würde. Besonders in Verbindung mit EVCC zeigt sie bei mir ihre Stärken. Bei der herstellereigenen Software und der WLAN-Anbindung gibt es dagegen noch Luft nach oben.
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Häufige Fragen zur V2C Trydan Wallbox (FAQ)
Funktioniert die V2C Trydan mit einem Kostal Plenticore?
Die Anbindung meines Kostal Plenticore über die V2C Cloud ließ sich grundsätzlich problemlos herstellen. Auch die Einbindung meines Kostal KSEM Smart Meter funktionierte. Allerdings stehen bei meiner Konfiguration nicht sämtliche Funktionen zur Verfügung.
Kann die V2C Trydan PV-Überschussladen?
Ja. Die Trydan bietet unterschiedliche Lademodi, darunter PV-Exklusivladen und PV mit Mindestleistung. Welche Funktionen in deiner Anlage tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt auch von der verwendeten Wechselrichter- und Smart-Meter-Konfiguration ab.
Funktioniert die V2C Trydan mit EVCC?
Ja. Die Integration in EVCC war bei mir unkompliziert. Für die Einrichtung wird ein Sponsor-Token benötigt. Wichtig ist, die dynamische Leistungssteuerung in der V2C-App zu deaktivieren, wenn EVCC die Regelung übernehmen soll.
Funktioniert die Phasenumschaltung der V2C Trydan?
Bei meiner Installation funktioniert die Phasenumschaltung über EVCC problemlos. Über die interne Steuerung der Trydan beziehungsweise die V2C-eigene Software konnte ich die automatische Umschaltung bislang nicht erfolgreich nutzen.
Was tun, wenn die V2C-App die Wallbox als offline anzeigt?
Bei meiner Trydan hilft es, Bluetooth am Smartphone auszuschalten und die App anschließend neu zu starten. Interessanterweise war die Wallbox trotz Offline-Anzeige teilweise weiterhin über das Webportal und EVCC erreichbar.
Hat die Standardversion der V2C Trydan einen LAN-Anschluss?
Die Standardversion bietet WLAN und Bluetooth. Der vorhandene RJ45-Anschluss auf der Platine ist für Modbus RS485 vorgesehen. Eine reguläre Ethernet-LAN-Anbindung bietet die Trydan Pro.
Ist die V2C Trydan für eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher geeignet?
Grundsätzlich lässt sich die Trydan mit entsprechenden Wechselrichtern und Smart Metern verbinden. Allerdings solltest du vorab prüfen, welche Informationen und Funktionen deine konkrete Kombination unterstützt. Gerade die Einbindung von Batteriespeicherdaten kann für bestimmte Lademodi entscheidend sein.
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