Proxmox Server günstig: Mein Lenovo ThinkCentre M720q nach 2 Jahren

Ein eigener Homeserver muss nicht groß, laut und teuer sein. Genau das wollte ich vor einiger Zeit herausfinden, als ich nach einer kleinen und stromsparenden Lösung für mein Zuhause gesucht habe.

Heute, fast 2 Jahre später, kann ich sagen: Mein Proxmox Server läuft zuverlässig und ich bin mit dieser Lösung nach wie vor sehr zufrieden.

In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Hardware ich dafür eingesetzt habe, was mittlerweile darauf läuft und welche Erfahrungen ich mit dem kleinen Lenovo ThinkCentre M720q gemacht habe.

Dabei möchte ich auch einen Punkt aktualisieren, der im ursprünglichen Video noch anders aussah: Die Preise für gebrauchte und neue Hardware sind inzwischen nicht mehr so kalkulierbar wie damals. Vor allem bei DDR4-Arbeitsspeicher und SSDs solltest du die aktuellen Preise vergleichen. Die damalige Rechnung mit einem kompletten Server für unter 100 Euro lässt sich deshalb nicht mehr einfach auf heute übertragen.

Mein Proxmox Server im Video

Wenn du dir lieber zuerst das Video anschauen möchtest, findest du hier meinen ursprünglichen Beitrag zum Thema.

Im Video zeige ich dir den kleinen Lenovo ThinkCentre M720q, die Hardware, die Installation von Proxmox und meine ersten Erfahrungen mit dem System. Der große Vorteil dieses Beitrags ist allerdings: Mittlerweile läuft der Server bei mir seit nahezu 2 Jahren. Ich kann dir also nicht nur von der Einrichtung erzählen, sondern auch davon, wie sich das System im Alltag bewährt hat.

Warum ich überhaupt einen eigenen Homeserver wollte

Bei mir hat die Suche nach einem eigenen Server nicht mit Proxmox begonnen. Zuerst habe ich verschiedene Anwendungen auf einem Raspberry Pi betrieben. Für kleinere Aufgaben ist ein Raspberry Pi wirklich praktisch. Er ist klein, sparsam und vergleichsweise günstig.
Irgendwann kamen aber immer mehr Anwendungen dazu und damit wurde auch der Wunsch nach mehr Leistung, Speicher und Erweiterbarkeit größer.

Anschließend habe ich einen Teil meiner Anwendungen auf einer Synology DiskStation betrieben. Auch das funktioniert grundsätzlich gut. Gerade Docker beziehungsweise Container sind für viele Anwendungen eine interessante Möglichkeit.
Allerdings bin ich dort irgendwann an Grenzen gestoßen, die ich bei einem eigenen Server nicht mehr haben wollte. Ein Problem waren beispielsweise die Netzwerk-Konfigurationen der Container. Wenn mehrere Anwendungen unterschiedliche Ports benötigen, kann es bei einer Lösung mit nur einer IP-Adresse schnell etwas unübersichtlich werden.

Natürlich gibt es dafür Lösungen. Man kann beispielsweise mit virtuellen Netzwerken, macvlan und zusätzlichen Skripten arbeiten. Für mich wurde das Ganze dadurch aber zunehmend komplizierter, als ich es für mein Heimnetz eigentlich haben wollte.
Ich wollte deshalb eine Lösung, bei der ich verschiedene Systeme und Anwendungen sauber voneinander trennen und bei Bedarf einfach sichern oder wiederherstellen kann.

Was soll mein Homeserver eigentlich können?

Mein Anspruch war dabei gar nicht, einen High-End-Server aufzubauen. Der Server sollte vor allem klein, leise, stromsparend und ausreichend leistungsfähig sein. Gleichzeitig sollte er einfach zu administrieren, virtualisierbar, leicht zu sichern und wiederherzustellen sowie erweiterbar sein. Und natürlich sollte das Ganze bezahlbar bleiben.

Darauf sollten verschiedene Anwendungen laufen, die ich in meinem Heimnetz benötige. Dazu gehören beispielsweise meine Hausautomation mit ioBroker, Datenbanken wie MariaDB beziehungsweise MySQL und InfluxDB, evcc für die intelligente Nutzung von PV-Überschuss sowie Paperless-ngx für die digitale Dokumentenverwaltung.
Dazu kommen je nach Bedarf weitere Dienste wie Dashboards, Passwortverwaltung, Reverse Proxy oder ein Werbeblocker.

Genau an dieser Stelle kommt Proxmox ins Spiel.

Warum Proxmox?

Proxmox VE ist eine Virtualisierungsplattform, mit der sich virtuelle Maschinen und Container auf einem Server betreiben lassen.

Das Schöne daran: Ich muss nicht für jede Anwendung einen eigenen kleinen Rechner aufstellen. Stattdessen habe ich einen Server und kann darauf unterschiedliche Anwendungen voneinander getrennt betreiben.

Für viele meiner Anwendungen nutze ich dabei LXC-Container. Das hat den Vorteil, dass die einzelnen Dienste sauber getrennt sind, ohne dass ich für jede Kleinigkeit eine komplette virtuelle Maschine benötige.

Ein weiterer großer Vorteil ist für mich die Verwaltung über die Proxmox-Oberfläche. Ich kann dort sehen, wie stark CPU, Arbeitsspeicher und Speicher ausgelastet sind, Container starten und stoppen, Backups erstellen und bei Bedarf eine Umgebung wiederherstellen.

Gerade für einen Homeserver ist das meiner Meinung nach sehr angenehm.

Hinweis zum Stand dieses Artikels:
Dieser Artikel beschreibt meinen persönlichen M720q-Aufbau. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung läuft dieser noch mit Proxmox VE 8.4. Proxmox VE 8.4 hat inzwischen das Ende seines regulären Supportzeitraums erreicht. Wer heute neu startet, sollte daher eine aktuelle Proxmox-VE-Version verwenden.

Meine Hardware: Lenovo ThinkCentre M720q Tiny

Für meinen Proxmox Server habe ich mich für einen gebrauchten beziehungsweise refurbished Lenovo ThinkCentre M720q Tiny entschieden.

Der Rechner ist sehr kompakt und wurde ursprünglich als Business-PC eingesetzt. Solche Business-Rechner sind für den zuverlässigen Büroalltag konzipiert und eignen sich deshalb meiner Erfahrung nach auch sehr gut als kleine Homeserver.

Mein Modell war mit einem Intel Pentium Gold G5400T, 4 GB DDR4-Arbeitsspeicher und einer 250-GB-SSD ausgestattet. Der Rechner ist wirklich klein und benötigt auf dem Schreibtisch oder im Technikschrank kaum Platz.

Der Pentium Gold G5400T besitzt zwei Kerne und vier Threads und ist damit deutlich einfacher ausgestattet als die Core-i5- oder Core-i7-Varianten, die im M720q ebenfalls erhältlich waren.

Auf der Vorderseite befinden sich unter anderem zwei USB-Anschlüsse, ein USB-C-Anschluss sowie Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer. Auf der Rückseite befinden sich weitere USB-Anschlüsse, LAN, HDMI und zwei DisplayPort-Anschlüsse. (Modellabhängig)

Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil.

Der Pentium ist kein Kraftprotz – muss er aber auch nicht sein

Der Prozessor ist sicherlich nicht das Herzstück eines modernen High-End-Servers. Für meine Anwendungen reicht er aber vollkommen aus.

Und genau das ist ein wichtiger Punkt bei der Auswahl eines Homeservers: Du solltest nicht automatisch möglichst viel Leistung kaufen, sondern überlegen, was du tatsächlich damit machen möchtest.

Bei mir laufen hauptsächlich verschiedene Dienste und Container. Ich betreibe darauf keine großen Windows-Server-VMs und auch keine rechenintensiven Anwendungen. Deshalb ist die Leistung des kleinen Pentium für meinen Einsatzzweck völlig ausreichend.

Nach knapp 2 Jahren hat sich daran auch nichts geändert.

Der Arbeitsspeicher ist wichtiger als die CPU

Wenn du einen solchen Mini-PC als Proxmox Server einsetzen möchtest, würde ich dem Arbeitsspeicher besondere Aufmerksamkeit schenken.

Mein Rechner kam ursprünglich mit 4 GB RAM. Für einen einfachen Einstieg funktioniert das, aber sobald mehrere Container gleichzeitig laufen, wird der Arbeitsspeicher schnell zum begrenzenden Faktor.

Ich habe deshalb den Arbeitsspeicher aufgerüstet. Der ThinkCentre M720q besitzt zwei DDR4-SO-DIMM-Steckplätze und kann laut Lenovo mit bis zu 32 GB Arbeitsspeicher ausgestattet werden.

Für einen kleinen Homeserver sind beispielsweise 16 GB bereits eine sehr interessante Größenordnung. Wenn du viele Container oder virtuelle Maschinen betreiben möchtest, können auch 32 GB sinnvoll sein.

Hier solltest du aber immer die aktuellen Preise vergleichen.

Crucial 16GB DDR4 SODIMM

Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Link klickst und über diesen einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Danke dir! 🫶

SSD oder NVMe?

Auch beim Speicher gibt es beim M720q interessante Möglichkeiten.

Das Gerät kann mit einem 2,5-Zoll-Laufwerk und zusätzlich mit einem M.2-Laufwerk ausgestattet werden. Je nach Konfiguration lässt sich ein 2,5-Zoll-SATA-Laufwerk mit einer M.2-SSD kombinieren.

Das kann interessant sein, wenn du das Betriebssystem beziehungsweise Proxmox und bestimmte Daten oder Anwendungen voneinander trennen möchtest.

Für meinen Einstieg war die vorhandene SSD zunächst ausreichend. Wenn du den Rechner neu aufbaust, würde ich mir aber unbedingt anschauen, welche SSD- und NVMe-Preise aktuell erhältlich sind.

Wie laut ist der kleine Lenovo?

Der ThinkCentre M720q besitzt eine aktive Kühlung. Bei einem Server, der rund um die Uhr läuft, ist das natürlich ein Punkt, auf den ich achten wollte.

Im normalen Betrieb empfinde ich den Rechner als angenehm leise. Natürlich kann man den Lüfter hören, wenn man direkt daneben sitzt und es ansonsten absolut ruhig ist. Im normalen Umfeld fällt der kleine Rechner bei mir aber kaum auf.

Für einen Server im Technikbereich, Keller, Abstellraum oder Büro ist das für mich absolut in Ordnung.

Der Stromverbrauch

Ein besonders wichtiger Punkt bei einem Homeserver ist für mich der Stromverbrauch. Schließlich läuft der Rechner nicht nur ein paar Stunden am Tag, sondern im Idealfall dauerhaft.

Ich habe den Verbrauch deshalb mit einem Shelly Plug S gemessen. Dabei lag der Verbrauch meines Systems ungefähr bei 10 Watt.
Das ist natürlich abhängig davon, welche Hardware verbaut ist, welche Laufwerke verwendet werden und welche Anwendungen gerade laufen.

Wenn wir beispielhaft mit 10 Watt Dauerverbrauch rechnen, ergibt das:

10 Watt × 24 Stunden × 365 Tage = 87,6 kWh pro Jahr

Bei einem angenommenen Strompreis von 0,31 Euro pro kWh wären das rund 27 Euro pro Jahr.
Da dein tatsächlicher Strompreis natürlich anders sein kann, solltest du die Rechnung mit deinem eigenen Tarif durchführen.
Für mich ist aber vor allem entscheidend, dass der kleine Rechner auch im Dauerbetrieb relativ wenig Energie benötigt.

Die Hardwarepreise haben sich verändert

Hier möchte ich meinen ursprünglichen Beitrag ausdrücklich aktualisieren.

Damals habe ich den Lenovo ThinkCentre M720q für rund 79 Euro 🔗afbshop.de ohne Betriebssystem bekommen. Dazu kam noch eine Speichererweiterung und schon hatte ich einen kleinen Proxmox Server für unter 100 Euro.
Diese Rechnung war damals durchaus realistisch.
Heute würde ich mich allerdings nicht mehr auf einen festen Preis wie „unter 100 Euro“ verlassen. Die Preise für gebrauchte Mini-PCs schwanken, und auch bei DDR4-Arbeitsspeicher und SSDs gibt es mittlerweile deutlich mehr Schwankungen.

Deshalb mein Tipp: Vergleiche vor dem Kauf immer den kompletten Preis. Ein günstiger Mini-PC bringt dir wenig, wenn du anschließend für RAM und SSD unverhältnismäßig viel bezahlen musst.

Gerade bei gebrauchten Business-PCs lohnt sich ein Preisvergleich zwischen verschiedenen Modellen.

Kingston 500GB M.2 NVMe SSD

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Was läuft bei mir nach 2 Jahren tatsächlich darauf?

Interessant wird ein Homeserver natürlich erst dann, wenn er nicht nur herumsteht, sondern im Alltag auch wirklich etwas erledigt. Nach den nahezu 2 Jahren hat sich bei mir einiges angesammelt.

Aktuell laufen auf meiner Proxmox-Umgebung unter anderem:

  • ioBroker für meine Hausautomation
  • MariaDB für die benötigten Datenbanken
  • evcc für das intelligente Laden mit PV-Überschuss
  • Nginx Proxy Manager als Reverse Proxy
  • AdGuard Home als Werbe- und DNS-Blocker
  • Homarr als Dashboard für meine verschiedenen Dienste
  • Homeassistant als Testversion

Die Container sind voneinander isoliert, teilen sich aber den Kernel des Proxmox-Hosts. Für normale Home-Server-Dienste ist LXC für mich völlig ausreichend; für besonders sicherheitskritische oder nicht vertrauenswürdige Workloads würde ich eher eine virtuelle Maschine einsetzen.

Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht jede Anwendung ausführlich vorstellen. Dazu habe ich ein eigenes Video gemacht, in dem ich genauer zeige, welche Dienste bei mir inzwischen laufen und wofür ich sie im Alltag einsetze.

Daraus wird auch noch ein eigener Blogartikel entstehen. Wenn du dich speziell dafür interessierst, wie ich meinen Proxmox-Server inzwischen als Plattform für meine verschiedenen Anwendungen nutze, lohnt sich also auch ein Blick auf diesen Beitrag.

🚧 [Hier später Link zum ausführlichen Artikel „Meine Proxmox-Dienste einfügen]

Wie stark ist der Server ausgelastet?

Eine der Fragen, die ich mir vor dem Kauf gestellt hatte, war natürlich: Reicht dieser kleine Rechner wirklich aus?

Nach nahezu 2 Jahren kann ich sagen: Für meinen Einsatzzweck eindeutig ja.

Die CPU wird bei mir im normalen Betrieb kaum gefordert. Die höchsten Belastungen sehe ich beispielsweise bei Backups, die bei mir regelmäßig laufen.

Das zeigt auch sehr schön, dass ein Homeserver nicht zwangsläufig eine leistungsstarke Desktop-CPU benötigt.

Wenn du allerdings große virtuelle Maschinen betreiben, umfangreiche Datenbanken nutzen, transcodieren oder andere rechenintensive Aufgaben durchführen möchtest, sieht die Sache natürlich anders aus. Dann solltest du entsprechend leistungsfähigere Hardware einplanen.

Backups: Mein Konzept hat sich bewährt

Ein Punkt, der mir bei Proxmox besonders wichtig ist, sind die Backups. Ich kann mittlerweile sagen, dass sich mein Backup-Konzept im Alltag bewährt hat.

Ich habe auf meiner Synology NAS ein NFS-Share eingerichtet und dieses direkt in Proxmox eingebunden. Auf diesem Speicher werden einmal täglich automatisch Backups meiner Container erstellt.

Damit liegen die Backups nicht auf der SSD des kleinen Lenovo ThinkCentre M720q, sondern auf meinem NAS. Sollte also einmal die SSD im Proxmox-Server ausfallen, habe ich die Sicherungen weiterhin auf einem separaten Gerät.

Gerade bei einem Homeserver finde ich das sehr beruhigend. Ich muss mich nicht jedes Mal manuell darum kümmern, meine Container zu sichern. Das Backup läuft regelmäßig im Hintergrund und ich habe im Proxmox-Webinterface jederzeit einen Überblick über die vorhandenen Sicherungen.

Sollte einmal ein Container Probleme machen oder ich eine Anwendung auf einen früheren Stand zurücksetzen müssen, kann ich auf diese Sicherungen zurückgreifen.

Für mich ist das einer der großen Vorteile von Proxmox: Die Anwendungen laufen sauber getrennt in ihren eigenen Containern und lassen sich dadurch auch unkompliziert sichern und wiederherstellen.

Was ich nach 2 Jahren besonders schätze

Nach knapp 2 Jahren im täglichen Betrieb haben sich für mich einige Vorteile herauskristallisiert, die ich am Anfang vielleicht noch gar nicht so stark auf dem Schirm hatte.

Jeder Dienst kann seine eigene IP-Adresse bekommen

Ein großer Vorteil für meine Umgebung ist, dass ich jedem Container eine oder mehrere virtuelle Netzwerkschnittstellen und damit beispielsweise auch eine eigene IP-Adressen zuweisen kann.

Das macht gerade dann einen Unterschied, wenn man sein Heimnetz mit verschiedenen VLANs strukturiert hat. Ich kann meine Dienste dadurch gezielt unterschiedlichen Netzwerkbereichen zuordnen, anstatt alle Anwendungen in einem einzigen Netzwerk betreiben zu müssen.

Warum ich mein Heimnetz überhaupt in verschiedene VLANs aufgeteilt habe und welchen Ansatz ich dabei verfolge, beschreibe ich ausführlicher in meinem Artikel 🔗 Warum mein Heimnetz VLANs braucht und wie ich es strukturiere.

Das spielt bei mir beispielsweise beim Nginx Proxy Manager eine wichtige Rolle. Dieser läuft in einem eigenen DMZ-VLAN und übernimmt den Zugriff von außen aus dem Internet auf meine internen Dienste. Dadurch kann ich die öffentlich erreichbare Komponente vom eigentlichen internen Netzwerk trennen.

⚠️ Die eigentliche Trennung und Absicherung erfolgt dabei über meine Firewall-Regeln und VLAN-Konfiguration. Der Reverse Proxy selbst stellt keine Sicherheitsgrenze dar.

Für mich ist das ein wichtiger Baustein für ein sauber strukturiertes Heimnetz. Gleichzeitig bleibt die Umgebung durch Proxmox sehr flexibel.

Neue Dienste lassen sich einfach ausprobieren

Ein weiterer Punkt, ist die Möglichkeit, neue Dienste relativ unkompliziert auszuprobieren.

Mit den Proxmox Helper Scripts lassen sich viele Anwendungen und Container mit vergleichsweise wenig Aufwand installieren. Dafür muss man kein Programmierer sein und auch nicht jedes Mal stundenlang Installationsanleitungen durcharbeiten.

Trotzdem sollte man vor dem Einsatz immer prüfen, was das jeweilige Script tatsächlich verändert und ob es zur eigenen Umgebung passt.

Ich kann einen neuen Dienst dadurch zunächst in einem eigenen Container testen. Gefällt er mir nicht, kann ich den Container wieder entfernen. Funktioniert er gut und möchte ich ihn dauerhaft nutzen, bleibt er einfach bestehen.

Gerade diese Möglichkeit finde ich bei einem Homeserver sehr praktisch. Man bekommt dadurch mehr Lust, neue Anwendungen auszuprobieren, ohne jedes Mal das Gefühl zu haben, sich dabei das komplette System zerschießen zu können.

Saubere Trennung der Anwendungen

Die einzelnen Dienste laufen bei mir getrennt voneinander in eigenen Containern. Das macht die Verwaltung übersichtlicher und sorgt dafür, dass ein Problem mit einer Anwendung nicht automatisch den gesamten Server betrifft.

Außerdem kann ich einzelne Container unabhängig voneinander sichern, aktualisieren oder bei Bedarf wiederherstellen.

Für mich ist genau diese Trennung einer der größten Vorteile gegenüber einer Umgebung, in der sämtliche Anwendungen direkt auf einem einzigen System installiert werden.

Gute Übersicht

Auch die zentrale Verwaltung möchte ich nach dieser Zeit nicht mehr missen.

Über Proxmox kann ich meinen Server, die Container und die entsprechenden Ressourcen zentral verwalten. Zusammen mit Homarr habe ich außerdem ein Dashboard für die Anwendungen, die ich im Alltag benutze.

Dadurch weiß ich relativ schnell, welche Dienste laufen und wo ich sie finde.

Backups

Meine täglichen Backups laufen automatisch auf ein NFS-Share meiner Synology NAS. Damit liegen die Sicherungen nicht auf dem Proxmox-Server selbst und ich kann einzelne Container bei Bedarf wiederherstellen.

Das ist allerdings noch keine vollständige Backup-Strategie. Wenn beispielsweise auch das NAS ausfällt oder Dateien durch einen Fehler beziehungsweise eine Schadsoftware gelöscht oder beschädigt werden, hilft mir diese eine Backup-Kopie nicht weiter.

Für wichtige Daten sollte man deshalb zusätzlich über eine weitere, möglichst getrennte Backup-Kopie nachdenken.

Geringer Stromverbrauch

Auch beim Stromverbrauch hat sich das Konzept für mich bewährt.

Der kleine Lenovo läuft bei mir dauerhaft und benötigt dabei nur vergleichsweise wenig Energie. Bei meinem System lag der gemessene Verbrauch ungefähr bei 10 Watt.

Natürlich hängt der tatsächliche Verbrauch stark von der jeweiligen Hardware, den verbauten Laufwerken und der Auslastung ab. Trotzdem ist der niedrige Verbrauch für mich ein wichtiger Punkt.

Gerade weil der Server 24 Stunden am Tag läuft, ist mir ein sparsames System wichtiger als ein paar hundert Megahertz mehr CPU-Leistung.

Vom einzelnen M720q zum Proxmox-Cluster

Mein ursprünglicher Proxmox-Server war ein einzelner Lenovo ThinkCentre M720q Tiny. Genau damit bin ich vor 2 Jahren in die Proxmox-Welt eingestiegen.

Inzwischen hat sich mein Setup allerdings weiterentwickelt. Heute betreibe ich nicht mehr nur einen einzelnen Tiny-PC, sondern einen Proxmox-Cluster aus drei Lenovo Tiny PCs.

Das zeigt für mich sehr schön, wie flexibel sich eine solche Umgebung erweitern lässt. Ich konnte mit einem kleinen und vergleichsweise günstigen System anfangen und meinen Aufbau später Schritt für Schritt vergrößern.

Ein wichtiger Punkt dabei: Ein Cluster bedeutet nicht automatisch, dass alle Dienste hochverfügbar sind. Dafür müssen unter anderem Storage und HA entsprechend konfiguriert sein.

Für meinen ursprünglichen Einstieg war das aber überhaupt nicht notwendig. Ein einzelner Mini-PC hat für meine ersten Schritte vollkommen ausgereicht.

Inzwischen hat sich mein Setup allerdings weiterentwickelt. Heute betreibe ich nicht mehr nur einen einzelnen Tiny-PC, sondern einen Proxmox-Cluster aus drei Lenovo Tiny PCs.

Wie es dazu gekommen ist, warum ich überhaupt einen Cluster aufgebaut habe und welche Vorteile ich davon im Alltag tatsächlich nutze, beschreibe ich ausführlicher in meinem Artikel: ➡️ Proxmox Cluster im Homelab: Braucht man das wirklich?

Würde ich den Lenovo M720q heute noch kaufen?

Ja – mit einer Einschränkung.

Ich würde heute nicht einfach blind genau dieses Modell kaufen. Stattdessen würde ich zuerst schauen, welche gebrauchten Mini-PCs aktuell ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Wenn ich allerdings wieder einen Mini-PC für einen ähnlichen Einsatzzweck suchen würde, wäre der Lenovo M720q weiterhin ganz oben auf meiner Liste. Ich habe mit dem Gerät bisher gute Erfahrungen gemacht und würde ihn deshalb durchaus noch einmal kaufen.

Interessant sind beispielsweise auch andere Modelle aus der ThinkCentre-, EliteDesk- oder OptiPlex-Serie.

Bei mir steht außerdem noch ein Fujitsu Esprimo Q556/2 als Test- und Spielsystem. Auch dieser kleine Rechner verrichtet zuverlässig seinen Dienst, ist gefühlt allerdings mit seinem Lüfter etwas lauter. Für mich ist er daher durchaus eine interessante Alternative zum Lenovo.

Entscheidend ist für mich beim Kauf nicht nur der Preis des eigentlichen Rechners, sondern das Gesamtpaket:

  • Welche CPU ist verbaut?
  • Wie viel RAM ist vorhanden?
  • Wie viel RAM kann maximal eingebaut werden?
  • Welche Laufwerke lassen sich verbauen?
  • Gibt es einen M.2-Steckplatz?
  • Wie hoch ist der Stromverbrauch?
  • Wie laut ist die Kühlung?
  • Gibt es genügend Netzwerk- und USB-Anschlüsse?
  • Und wie viel kostet das Gerät inklusive RAM und SSD tatsächlich?

Gerade der letzte Punkt ist wichtig.

Ein Mini-PC für 70 Euro klingt zunächst günstiger als einer für 150 Euro. Wenn du beim günstigeren Modell anschließend noch RAM und SSD nachrüsten musst, kann das Ergebnis ganz anders aussehen.

Mein Fazit an dieser Stelle: Der M720q wäre für mich auch heute noch eine Kaufempfehlung, sofern der Preis stimmt. Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf vergleichbare Gebrauchtgeräte.

Refurbished Tiny / Mini-PCs

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Für wen ist so ein Proxmox-Server geeignet?

Ein kleiner Proxmox-Server wie dieser ist meiner Meinung nach besonders interessant, wenn du:

  • mehrere Home-Server-Anwendungen betreiben möchtest
  • dich mit Virtualisierung beschäftigen willst
  • dein Smart Home erweitern möchtest
  • Docker beziehungsweise Container ablösen oder ergänzen möchtest
  • einen kleinen Homeserver für Paperless-ngx suchst
  • Anwendungen wie ioBroker oder evcc zentral betreiben möchtest
  • Wert auf einen niedrigen Stromverbrauch legst
  • einen kleinen und möglichst leisen Server möchtest
  • und nicht mehrere hundert oder tausend Euro für einen professionellen Server ausgeben möchtest

Für einen professionellen Serverbetrieb würde ich dagegen andere Hardware verwenden.

Auch große Windows-VMs oder sehr rechenintensive Anwendungen sind nicht die Stärke eines solchen kleinen Mini-PCs.

Aber genau das muss er auch gar nicht sein.

Für typische Home-Server-Anwendungen, mehrere LXC-Container und kleinere Dienste kann ein solcher Rechner vollkommen ausreichend sein.

Proxmox Homeserver: Mein Tipp für den Einstieg

Wenn du bisher noch keinen Proxmox-Server betrieben hast, würde ich klein anfangen.

Du brauchst nicht sofort ein riesiges System mit 64 oder 128 GB RAM und mehreren SSDs. Ein gebrauchter Business-Mini-PC kann ein sehr guter Einstieg sein.

Installiere Proxmox, richte zunächst einen oder zwei Container ein und sammle deine eigenen Erfahrungen. Du wirst relativ schnell merken, welche Ressourcen du tatsächlich benötigst.

Wenn später mehr Arbeitsspeicher, Speicherplatz oder Rechenleistung benötigt wird, kannst du die Hardware erweitern oder einen weiteren Mini-PC hinzufügen.

Genau das gefällt mir an diesem Konzept: Du musst nicht von Anfang an wissen, wie deine Umgebung in zwei Jahren aussehen wird.

Mein Fazit nach 2 Jahren

Nach rund 2 Jahren kann ich sagen: Für meinen Anwendungsfall war der Lenovo ThinkCentre M720q als Proxmox-Server eine sehr gute Entscheidung.

Der Rechner ist klein, leise, relativ sparsam und bietet mir genug Leistung für meine Anwendungen. Besonders gut gefällt mir die Kombination aus Proxmox, LXC-Containern und den Backup-Möglichkeiten.

Ich kann verschiedene Anwendungen voneinander trennen und trotzdem alles zentral auf einem kleinen Rechner betreiben.

Und genau das war eigentlich mein Ziel.

Ich wollte keinen riesigen Server, der unnötig viel Strom verbraucht und im Technikraum vor sich hin rauscht. Ich wollte einen kleinen, unkomplizierten Homeserver, der einfach läuft.

Und genau das macht er bei mir inzwischen seit etwa 2 Jahren.

Wenn du aktuell nach einem günstigen Proxmox-Server suchst, würde ich deshalb durchaus nach gebrauchten Business-Mini-PCs Ausschau halten. Dabei würde ich mich allerdings nicht mehr an einem festen Gesamtpreis wie „unter 100 Euro“ orientieren.

Die Preise für Mini-PCs, DDR4-RAM und SSDs schwanken. Deshalb sollte man vor dem Kauf immer das komplette System betrachten und vergleichen.

Für mich bleibt das Konzept trotzdem eine der interessantesten Möglichkeiten, relativ günstig in die Welt von Proxmox und Virtualisierung einzusteigen.

Häufige Fragen zum Proxmox Homeserver

Was ist Proxmox?

Proxmox VE ist eine Open-Source-Virtualisierungsplattform. Damit kannst du virtuelle Maschinen und Container auf einem Server betreiben und zentral verwalten.

Welcher Mini-PC eignet sich für Proxmox?

Für einen kleinen Homeserver eignen sich viele gebrauchte Business-Mini-PCs. Dazu gehören beispielsweise Modelle von Lenovo ThinkCentre, HP EliteDesk, Fujitsu Esprimo oder Dell OptiPlex.

Wichtig sind ausreichend RAM, geeignete Speicheranschlüsse, eine brauchbare CPU und ein möglichst niedriger Stromverbrauch.

Wie viel RAM braucht Proxmox?

Das hängt stark davon ab, was du betreiben möchtest.

Für einen kleinen Einstieg können 8 GB ausreichen. Wenn mehrere Container und virtuelle Maschinen laufen sollen, sind 16 GB oder mehr deutlich angenehmer.

Kann ich Proxmox auf einem Lenovo ThinkCentre M720q installieren?

Ja. Der ThinkCentre M720q eignet sich grundsätzlich sehr gut für einen kleinen Proxmox-Homeserver.

Mein eigener M720q läuft seit etwa 1,5 Jahren mit Proxmox und den von mir benötigten Anwendungen.

Wie viel Strom verbraucht ein Proxmox-Server?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da der Verbrauch stark von der Hardware und der Auslastung abhängt.

Bei meinem M720q lag der gemessene Verbrauch ungefähr bei 10 Watt. Andere Konfigurationen können deutlich höhere oder niedrigere Werte erreichen.

Lohnt sich ein Proxmox-Server für das Smart Home?

Wenn du mehrere Dienste wie ioBroker, Datenbanken, evcc, Paperless-ngx oder andere Anwendungen betreiben möchtest, kann ein zentraler Proxmox-Server sehr interessant sein.

Die einzelnen Anwendungen lassen sich getrennt betreiben und trotzdem zentral verwalten.

Deine Erfahrungen mit Proxmox

Wenn du bereits einen Proxmox-Server betreibst, würde mich interessieren, welche Hardware bei dir läuft und welche Anwendungen du darauf installiert hast.

Setzt du ebenfalls auf einen kleinen Mini-PC wie den Lenovo ThinkCentre M720q – oder läuft Proxmox bei dir auf ganz anderer Hardware?

Und falls du bereits mehrere Proxmox-Server betreibst: Hast du daraus einen Cluster gemacht oder lässt du die Systeme lieber unabhängig voneinander laufen?

Schreib deine Erfahrungen gerne in die Kommentare. Gerade der Austausch über unterschiedliche Hardware, Stromverbrauch und Setups ist für andere Leser wahrscheinlich genauso interessant wie für mich.

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